GKV-Spitzenverband attackiert Telematik-Projekt der KBV

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Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und die Telematik-Infrastruktur sollen nach Willen des GKV-Spitzenverbandes endlich an Fahrt aufnehmen. Einen Schuldigen für die bisherigen Verzögerungen hat er bereits ausgemacht: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). „Aufwendige Sicherheitsmerkmale der elektronischen Gesundheitskarte bleiben ebenso ungenutzt wie die Vorteile einer Online-Infrastruktur. Grund hierfür ist, dass Teile der Leistungserbringerorganisationen immer wieder das Ziel einer transparenten und nutzenbringenden Online-Infrastruktur unterlaufen und eine rückwärtsorientierte offline-Anwendung anstreben“, kritisierte der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands in einer gestern veröffentlichten Erklärung. Konkret richtet sich die Kritik gegen das KV-Safenet der KBV, wie Pressesprecher Florian Lanz auf Anfrage von BibliomedManager bestätigte.

„Das Problem der KBV ist, dass sie nicht handelt, sondern nur hinauszögert“, sagte er. Das KV-Safenet, ein eigens von den Kassenärzten entwickelter elektronischer Kommunikationsdienst, stellt laut Lanz eine Insellösung dar, die lediglich dem Eigeninteresse der KBV diene. „Das ist nicht der Weg in die Zukunft.“ Der GKV-Spitzenverband fordert den Gesetzgeber nun auf, „die Organisationen der Leistungserbringer gesetzlich in die Pflicht zu nehmen.“ Mit Sanktionen und verbindlichen Terminen soll die Nutzung einer eGK-Infrastruktur vorgegeben werden.

Die KBV reagiert mit Verwunderung. „Die Pressemitteilung des GKV-Spitzenverbands ist verquast“, sagte Pressesprecher Roland Stahl gegenüber BibliomedManager. „Wir fühlen uns nicht angesprochen, denn das KV-Safenet hat mit der eGK-Infrastruktur rein gar nichts zutun.“

Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich dringen die KVen darauf, ihr Safenet in die Telematik-Infrastruktur zu integrieren. „Es gibt die Zusage, dass das sichere Netz der Ärzteschaft an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen wird“, sagt Florian Fuhrmann in der kommenden Ausgabe der GesundheitsWirtschaft, die am 14.4. erscheint. Er ist Geschäftsführer der im Januar an den Start gegangenen KV Telematik GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der KBV, die über die KVen finanziert wird. Sie soll dafür sorgen, dass alle niedergelassenen Ärzte bis Mitte 2015 an das sichere Netz der KVen angebunden sind. Mit ihrer Positionierung in der IT stellen die KVen sicher, dass sie beim Aufbau der bundesweiten Telematik-Infrastruktur durch die Gematik das notwendige Gewicht erhalten. Das wiederum kritisieren nicht nur die Krankenversicherungen. „Die KVen wollen die Prozesse beherrschen“, sagt Dr. Pablo Mentzinis, Bereichsleiter Public Sector und E-Health beim Verband Bitkom. Um die notwendige Sicherheit des Datenaustausches zu gewährleisten, wie die Ärzteschaft oft argumentiere, sei kein eigenes Netz notwendig.

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