Finanzierung

AKG-Kliniken fordern ein Umdenken

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AKG-Kliniken fordern ein Umdenken
© Maren Kolf

Aus Sicht der Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG-Kliniken) müsse sich die künftige Krankenhausfinanzierung an der Versorgungsrolle orientieren, nicht nur an leeren oder vollen Betten. "Wer es mit einer qualitätsorientierten Krankenhausversorgung ernst meint, muss auf Basis der Erkenntnisse aus der Pandemie dringend ein Umdenken einleiten und die verschiedenen Versorgungsrollen angemessen berücksichtigen“, sagt Nils Dehne, Geschäftsführer der AKG-Kliniken in einer Mitteilung. Die verschiedenen Versorgungsrollen sollen klar definiert und abgegrenzt werden. 

Die Jahresergebnisse der AKG-Kliniken hätten sich um rund 62 Prozent verschlechtert - trotz umfangreicher Ausgleichszahlungen aus dem Rettungsschirm. "Die Finanzhilfen haben sich immer nur an den vorhandenen Betten orientiert und zu keiner Zeit an der tatsächlichen Versorgungsrolle“, so der Vorstandsvorsitzender Dr. Matthias Bracht mit Blick auf eine dringend notwendige Finanzierungsreform. 

Für die AKG-Kliniken ist die aktuelle Pandemielage und der damit verbundene Handlungsbedarf eine gute Gelegenheit, wesentliche Eckpunkte für eine zügige Umsetzung der Reformen bereits im Koalitionsvertrag zu verankern:

1. Notfallreform
▪ Umsetzung der bereits in der 19. Legislaturperiode vorgelegten Notfallreform auf Basis einer gesellschaftsrechtlichen Kooperationsverpflichtung von Krankenhäusern und Kassenärzten in einem Integrierten Notfallzentrum (INZ).
▪ Festlegung einer fallunabhängigen Strukturfinanzierung je nach Ausstattungsstufe der INZ.
▪ Gesetzliche Verankerung einer „Auftragsleistung“ zur Beauftragung von Krankenhäusern durch INZ oder Kassenärzten im Rahmen der Notfallversorgung (zum Beispiel für radiologische Diagnostik).

2. Strukturreform
▪ Entwicklung eines Systems aus drei aufeinander aufbauenden Versorgungsstufen für die Einteilung der Krankenhäuser anhand der Anzahl von Fachabteilungen, der Rolle in der Notfallversorgung sowie der Erreichbarkeit.
▪ Verankerung einer nach Versorgungsstufe differenzierten Investitionszuschussquote aus dem Bundeshaushalt bzw. Aufstockung und Verlängerung des Krankenhausstrukturfonds zur Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen an die Versorgungsstufen.

3. Finanzierungsreform
▪ Erweiterung des bestehenden Auftrags zur Entwicklung eines Instruments der Personalbemessung in der Pflege im Krankenhaus, um eine Methode zur aufwandsgerechten Vergütung von pflegerischen Leistungen entsprechend der ermittelten Bedarfe
▪ Verankerung von fallunabhängigen Strukturpauschalen je nach Versorgungsstufe

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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