Der Landkreis Göppingen will die strategische Ausrichtung des Alb Fils Klinikums (AFK) überprüfen.
Das geht aus dem Haushaltsentwurf 2027 hervor, den Landrat Markus Möller (CDU) und Kreiskämmerer Jochen Haas in den Kreistag eingebracht haben. Als Grund nennt der Landkreis die anhaltend angespannte wirtschaftliche Lage des Klinikträgers.
Nach Angaben des Landkreises wird die Alb Fils Klinikum GmbH das Jahr 2027 voraussichtlich mit einem Defizit von 22,71 Millionen Euro abschließen. Davon soll der Landkreis 17,71 Millionen Euro ausgleichen. Weitere fünf Millionen Euro sollen durch Einsparmaßnahmen kompensiert werden, die eine medizinstrategische Organisationsuntersuchung aufdecken soll.
Landrat Möller kündigte deshalb Veränderungen an. „Ich werde im Aufsichtsrat der AFK eine Neuausrichtung der Klinik, im Kern der Medizinstrategie vorschlagen.“ Dabei werde geprüft, „was für eine Klinik dieser Größenordnung und mit diesem Versorgungsauftrag sinnvoll sei“.
Defizite könnten steigen
Nach den Berechnungen des Landkreises könnten sich die Defizite des Klinikums in den Jahren 2027 bis 2030 auf insgesamt rund 100,65 Millionen Euro summieren. Hinzu kommt das erwartete Minus des laufenden Jahres in Höhe von 14,71 Millionen Euro.
Als Ursachen für die Verschlechterung nennt der Landkreis unter anderem das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Dieses habe das Ergebnis des Klinikums um etwa fünf Millionen Euro belastet. Weitere knapp fünf Millionen Euro entfielen auf den Wegfall eines befristeten Rechnungszuschlags.
Bereits im allgemeinen Teil der Haushaltseinbringung kritisierte Markus Möller aktuelle gesundheitspolitische Vorgaben. „Neue gesetzliche Entwicklungen wie jüngst im Gesundheitsbereich sorgten allein beim Alb Fils Klinikum für ein Zusatzdefizit in Höhe von zehn Millionen Euro“, sagte er.
Landkreis finanziert Klinikdefizit und Neubau
Die wirtschaftliche Lage des Klinikums belastet auch den Kreishaushalt. Der Landkreis plant deshalb eine Erhöhung der Kreisumlage um 6,9 Prozentpunkte auf 42,9 Prozent. Insgesamt umfasst der Haushaltsentwurf Aufwendungen von rund 488 Millionen Euro.
Zugleich soll die Finanzierung des Klinikneubaus fortgesetzt werden. Für 2027 sieht der Investitionsplan eine Ausleihung von 16 Millionen Euro an die AFK GmbH zur Nachfinanzierung des Neubaus vor. Die dafür notwendige Kreditaufnahme entfällt vollständig auf dieses Vorhaben.
Über den Haushaltsplan 2027 soll der Kreistag am 18. Dezember 2026 entscheiden.
cs
