Die Oberlausitz-Kliniken haben ihr Defizit im Geschäftsjahr 2025 deutlich reduziert. Dennoch schloss der kommunale Klinikverbund erneut mit einem Verlust ab.
Der Kreistag des Landkreises Bautzen stellte den Jahresabschluss mit einem Fehlbetrag von rund 1,1 Millionen Euro fest. Die Bilanzsumme belief sich auf 105,8 Millionen Euro. Die Zahlen stammen aus der Kreistagssitzung vom 28. September.
Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits im Vorjahr zu beobachten war. Nach Angaben des Landkreises lag der Jahresfehlbetrag 2024 noch bei rund 3,4 Millionen Euro. Das Ergebnis verbesserte sich somit deutlich, ohne dass der Klinikverbund die Gewinnzone erreichte.
Der Landkreis Bautzen hält die Oberlausitz-Kliniken vollständig in kommunaler Hand. Zum Verbund gehören die Krankenhäuser in Bautzen und Bischofswerda sowie mehrere Tochtergesellschaften in den Bereichen Pflege, ambulante Versorgung und Therapie.
Steigende Erlöse konnten Kostenanstieg nicht ausgleichen
Der Beteiligungsbericht des Landkreises zeigt, dass sich die Umsatzerlöse der Oberlausitz-Kliniken 2024 zwar erhöhten. Die Erlöse und sonstigen betrieblichen Erträge stiegen auf rund 128 Millionen Euro. Gleichzeitig legten jedoch die Personal- und Materialkosten deutlich zu. Allein der Personalaufwand erhöhte sich um mehr als 5,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.
Als Belastungsfaktoren nennt der Landkreis höhere Tarifkosten, gestiegene Sachaufwendungen und rückläufige staatliche Ausgleichszahlungen für Energiekosten. Die Klinikgesellschaft verfehlte damit ihr ursprünglich geplantes Ergebnis deutlich.
Landkreis hält an Zukunftsstrategie fest
Die Oberlausitz-Kliniken setzen ihre „Medizinstrategie 2030“ weiter um. Hintergrund sind die Krankenhausreform, der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel. Das Konzept sieht unter anderem den Ausbau spezialisierter medizinischer Angebote und neuer Versorgungsformen vor.
Wirtschaftlicher Druck bleibt hoch
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Oberlausitz-Kliniken bleiben angespannt. Bereits im Beteiligungsbericht des Landkreises verweist die Klinikgesellschaft auf steigende Personalkosten, den anhaltenden Fachkräftemangel und die Herausforderungen durch die Krankenhausreform.
Auch der Landkreis selbst steht unter finanziellem Druck. Nach den aktuellen Haushaltsplanungen rechnet die Verwaltung in den kommenden Jahren mit erheblichen Fehlbeträgen. Vor diesem Hintergrund bleibt die wirtschaftliche Stabilisierung der Kliniken ein zentrales Thema für den kommunalen Träger.
cs
