Krebsbehandlungen

AOK-Studie: Zentren versprechen höhere Überlebensvorteile für Krebspatienten

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AOK-Studie: Zentren versprechen höhere Überlebensvorteile für Krebspatienten

Eine Studie auf Basis von AOK-Abrechnungsdaten und vier regionalen Krebsregistern unterstreicht, dass Patienten in zertifizierten Krebszentren länger überleben. Die Daten sind in den vergangenen drei Jahren im Rahmen des Innovationosfonds-Projekts „Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren (WiZen) ausgewertet worden. Besonders groß war demnach der Überlebensvorteil durch die Zentrenbehandlung bei Gebärmutterhalskrebs (minus 25,9 Prozent Sterblichkeit), neuroonkologischen Tumoren (minus 15,8 Prozent), Lungenkrebs (minus 15,0 Prozent) und Brustkrebs (minus 11,7 Prozent). „Durch die risikoadjustierte Analyse einer bundesweiten Kohorte und durch den Vergleich der Kassendaten mit den Krebsregister-Daten stärken wir die Evidenz für den Nutzen der Zentrumsbehandlung. Zudem liefern wir mit unserem Projekt eine Blaupause für ein zukünftiges Monitoring der onkologischen Versorgung in Deutschland“, erklärte Studienleiter Professor Jochen Schmitt (TU Dresden). 

„Die positiven Effekte der Zertifizierung sind unter anderem dadurch zu erklären, dass die Patientinnen und Patienten in den zertifizierten Zentren auf inter- und multidisziplinäre Behandlungsteams treffen, die häufiger leitliniengerecht behandeln und auf eine bessere Prozess- und Strukturqualität zurückgreifen können“, betont Prof. Dr. med. Monika Klinkhammer-Schalke, Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren. Für den Erfolg der zertifizierten Zentren dürfte zum Beispiel der Einsatz von Tumorboards eine große Rolle spielen. Bei allen Krebserkrankungen ist im Beobachtungszeitraum von 2009 bis 2017 ein Anstieg des Anteils der in DKG-zertifizierten Zentren behandelten Patientinnen und Patienten zu erkennen – allerdings mit großen Unterschieden zwischen den verschiedenen Krebsarten: So lag der Anteil der Zentrumsbehandlungen laut den Studiendaten bei Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs im Jahr 2017 mit 68 Prozent am höchsten und beim Bauchspeicheldrüsenkrebs mit 24 Prozent am niedrigsten.

Die WiZen-Auswertungen basieren auf AOK-Abrechnungsdaten und Daten der vier klinischen Krebsregister Regensburg, Dresden, Erfurt und Berlin-Brandenburg für rund eine Million Behandlungsfälle. Das Projekt wurde über drei Jahre mit insgesamt 1,6 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds gefördert. Das Projekt ist vom Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT), dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), dem Institut für Qualitätssicherung und Versorgungsforschung der Universität Regensburg sowie vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden durchgeführt worden.
 

Autor

 Jens Mau

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