Der neue Barmer Krankenhausreport zeigt, dass die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen in deutschen Krankenhäusern steigt. Kassen-Chef Straub fordert eine verbindliche Patientensteueuerung.
Die telefonische Ersteinschätzung bei Notfällen soll Patienten nicht nur informieren, sondern auch verbindlich zur richtigen Versorgungsstelle lotsen. Das fordert die Barmer Krankenversicherung.
Hintergrund sind aktuelle Zahlen aus ihrem neuen Krankenhausreport. Die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen in deutschen Krankenhäusern ist innerhalb von zehn Jahren durchschnittlich um 8,7 Prozent gestiegen. In jeder zehnten Klinik hat sie sich mehr als verdoppelt, in einer weiteren von zehn Kliniken nahm sie um fast 50 Prozent zu.
Straub: Niedergelassene müssen Patienten übernehmen
"Die steigenden Fallzahlen ambulant behandelter Patientinnen und Patienten im Krankenhaus sind ein Grund für überlastete Notaufnahmen. Doch bei weitem nicht jeder vermeintliche Notfall ist tatsächlich einer. Es muss deshalb sichergestellt werden, dass die Betroffenen in die richtige Versorgungsebene gelotst werden", sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph Straub. Es sei "zwingend erforderlich", dass die vertragsärztlichen Haus- und Fachärzte die Patienten übernehmen.
Die vor kurzem erst beschlossene Notfallreform greife zu kurz. Sie sieht eine telefonische Ersteinschätzung zwar vor, aber nicht zwingend, kritisiert Straub. "Bevor die Patientinnen und Patienten in die Notaufnahme kommen, muss es eine verpflichtende telefonische und in Zukunft digital unterstützte Ersteinschätzung geben. In diesem Zuge sollten sie verbindlich in die richtige Versorgungsebene gesteuert werden und einen Termin bekommen." Er sprach sich zudem für eine stärker aufsuchende Versorgung im häuslichen Umfeld aus, die auch von nichtärztlichen Gesundheitsberufen übernommen werden sollte.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) äußerte in einer Stellungnahme Zustimmung: "Notaufnahmen müssen ausreichend finanziert sein, Patientinnen und Patienten benötigen Versorgungsangebote im niedergelassenen Bereich und die Gesundheitskompetenz der Menschen muss sich verbessern."
fa
