Personalmangel

Berlin braucht 10.000 zusätzliche Pflegekräfte bis 2030

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Berlin braucht 10.000 zusätzliche Pflegekräfte bis 2030
© Pixabay/ melancholiaphotography

Eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hat ergeben, dass Berlin bis 2030 zusätzlich 10.000 Pflegekräfte braucht. Die Krankenhäuser der Hauptstadt schieben deshalb jetzt eine große Kampagne an. Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) hatte die DKI-Studie in Auftrag gegeben. Nun hat die BKG die Kampagne „PflegeJetztBerlin“ ins Leben gerufen. Ziel sei es, „konkret zur Verbesserung der Pflege beizutragen“, so Marc Schreiner, Geschäftsführer der BKG. Am heutigen 25. November tritt der „Expertinnenbeirat“ zur konkreten Ausgestaltung der Kampagne zu einer konstituierenden Sitzung zusammen. „Wir müssen mehr Menschen gewinnen und wir haben dafür zu sorgen, dass sie bleiben“, erklärt Doreen Fuhr, Vorstandsvorsitzende der DRK-Schwesternschaft Berlin und Mitglied des Beirats. 

BKG übt Selbstkritik: „Versäumnisse haben Spuren hinterlassen“

Zum Kampagnenstart schwingt auch ein bisschen Selbstkritik bei der BKG mit. „Wir wissen, dass es Veränderungen braucht, nicht nur Applaus. Viele Versäumnisse der letzten Jahrzehnte haben in der Pflege Spuren hinterlassen. Wir wissen darum, wie überlastet viele Pflegekräfte sich erst recht in der gegenwärtigen Krisensituation fühlen. Doch: Wir haben verstanden“, beteuert Schreiner.

Berlins Problem mit der Leiharbeitsquote

Berlin muss als wachsende Stadt sicherstellen, dass sie einen massiven Zuwachs an Pflegepersonal organisiert. Die Metropole hat zudem ein besonderes Problem mit der Pflegeleiharbeit, die für Pflegekräfte durchaus attraktiv ist. Sie hat in der Hauptstadt mit sieben Prozent einen mehr als doppelt so hohen Anteil unter den Pflegekräften wie im Bundesdurchschnitt. Besonders bei der Schichtvergabe aber auch beim Gehalt sorgt die häufige Besserstellung der Leiharbeiter für Unmut in Kliniken. 

DKI empfiehlt einen Strauß an Maßnahmen

Das DKI empfiehlt in seiner Studie mehrere Maßnahmen, um dem prognostizierten Pflegenotstand zu begegnen. Dazu zählen unter anderem die Reduktion der Teilzeitquoten, die Rekrutierung der „stillen Reserve“, die Akquise von Pflegekräften aus dem Ausland, verbesserte Arbeitsbedingungen, stärkere Differenzierung der Pflege, Abbau von Dokumentationspflichten und höhere Gehälter.

Mitglieder des BKG-Kampagnenbeirats 

  • Doreen Fuhr, Vorstandsvorsitzende DRK-Schwesternschaft Berlin
  • Heike Fadeni-Biessei, Vorstand, Wannseeschulen für Gesundheitsberufe
  • Manon Falk, Pflegedirektorin Park-Klinik Weißensee
  • Ilona Hanuschke, Pflegedirektorin Caritas-Klinik Maria Heimsuchung
  • Judith Heepe, Pflegedirektorin Charité Berlin
  • Kathrin Leffler, Pflegedirektorin Vivantes
  • Andrea Lemke, Pflegedirektorin Waldkrankenhaus Spandau
  • Heike Sporkhorst Einrichtungsmanagerin Vivantes 
     

Autor

 Jens Mau

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