Digitalisierung

Bundesärztekammer veröffentlicht Programm für Digitalisierung in der Medizin

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Bundesärztekammer veröffentlicht Programm für Digitalisierung in der Medizin
© GettyImages/Natali_Mis

Zwar wurden in den vergangenen Monaten viele digitale Angebote entwickelt, es bleiben aber noch Schwachstellen. In dem Positionspapier „Digitale Transformation in der Medizin in Pandemiezeiten“ will die Bundesärztekammer Lösungen und Perspektiven für die digitale Transformation der Medizin aufzeigen. "Diese kann aber nur gelingen, wenn auch die notwendige Infrastruktur aufgebaut und die entsprechenden Ressourcen freigegeben werden“, sagt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), bei der Vorstellung des Positionspapiers. 

„Wir müssen die Versorgung digitaler denken. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir von einem ungehinderten Informationsfluss entlang des medizinischen Versorgungsprozesses noch weit entfernt sind“, betonte Dr. Peter Bobbert, Co-Vorsitzender des BÄK-Ausschusses „Digitalisierung der Gesundheitsversorgung“. Probleme bereite insbesondere der Datenaustausch zwischen verschiedenen Akteuren und Einrichtungen. Abhilfe schaffen könnten aus Sicht der Ärzteschaft unter anderem digitale Melde- und Informationswege, ein plattformübergreifendes Identitätsmanagement für Ärztinnen und Ärzte oder eine sichere Messenger-App zur innerärztlichen Kommunikation, so Bobbert.

„Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den vergangenen Monaten ist sicherlich, dass Videokonferenzen einen positiven Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung leisten können. Das gilt sowohl in der Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten als auch beim kollegialen Austausch“, sagte Erik Bodendieck, der ebenfalls dem BÄK-Digitalisierungs-Ausschuss vorsitzt. Die Ärzteschaft plädiere dafür, diesen Weg konsequent weiterzugehen und eine sichere und zuverlässige Infrastruktur für Videokonferenzen aufzubauen. 

Die Forderungen im Überblick: 

  1. flächendeckender Ausbau und unkomplizierter, diskriminierungsfreier Zugang zu Videokonferenzmöglichkeiten.
  2. Besserer Zugang zu Wissensdatenbanken und aktuellen Forschungsergebnissen für Ärzte.
  3. Ausbau von Telekonsilen mit Experten, unmittelbar beteiligten Kollegen und auch anderen Berufen und Einrichtungen im Gesundheitswesen, insbesondere für die ärztliche Betreuung von Pflege-Einrichtungen und Altersheimen.
  4. Ausbau von Monitoring-Möglichkeiten für ambulante Patienten.
  5. Die Qualifizierung der Ärzteschaft, der medizinischen Fachangestellten und der Angehörigen der Pflegeberufe für den Umgang mit digitalen Anwendungen stellt eine besondere Herausforderung dar.
  6. Etablierung eines einheitlichen Identity-Access-Management für Ärzte in der Verantwortung der Ärztekammern.
  7. Flächendeckende Einführung einer einheitlichen und sicheren MessengerApp/Anwendung für eine schnelle asynchrone, unproblematische Kommunikation im gesamten medizinischen Bereich.
  8. Etablierung von (elektronischen) Signalisierungs-, Melde- und Informationswegen für die Koordinierung der Versorgung sowie für die Beschaffungen beispielsweise von Schutzausrüstungen in vergleichbaren Situationen.
  9. Dauerhafte Möglichkeit der Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit über Telefonund Videokontakt für Bestandspatienten von Haus- und Kinderärzten.
  10. Erweiterung von Registern für medizinische Ressourcen (z. B. DIVI-Intensivbettenregister).
  11. Medizinische und ethische Begleitforschung bei der Weiterentwicklung digitaler Anwendungen.
  12. Zurverfügungstellung von digitalen Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Patienten und ihren Angehörigen, insbesondere bei bestehenden Besuchseinschränkungen.

Autor

 Christina Schröder

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