Corona-Tagebuch

Leben und lernen mit dem Virus

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Leben und lernen mit dem Virus

Angesichts der Krisenbewältigung stehen, allen voran, die therapeutischen Teams in unseren Krankenhäusern vor völlig neuen Herausforderungen. In dieser Situation ist es besonders wichtig, Informationen zur Patientensicherheit, zum Risikomanagement und zur präventiven Organisationsgestaltung zu sammeln, aus Störungen zu lernen und die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden. 
Erfahrungen teilen. Hierfür stehen seit Jahren Fehler- und Lernsysteme zur Verfügung. Lokale und einrichtungsübergreifende Critical Incident Reporting Systems CIRS sind mehr oder weniger erfolgreich in Krankenhäusern etabliert. 

Unter der Adresse https://www.cirs-health-care.de/covid-19-cirs ist seit wenigen Tagen eine neue COVID-19-CIRS-Plattform freigeschaltet. Es geht den Initiatoren um die schnelle Erfassung und Auswertung von Organisations- und Kommunikationsdefiziten zu kritischen Ereignissen in der Versorgung von Corona-infizierten Patienten und neu aufgetretenen Problemen. Es geht aber auch um die Multiplikation gelungener Vorbereitungsstrategien, kreative Lösungen und erfolgreiche Prozessgestaltung in der Krise. 

In bereits veröffentlichten Berichten und Empfehlungen im COVID-19 CIRS geht es beispielsweise um Hinweise zur präklinischen Versorgung von Patienten bei Verdacht auf einer Covid-Pneumonie durch die Rettungsdienste, um Hinweise zum Umgang mit falsch negativen Befunden oder zum Handling mit kontaminierter Schutzkleidung. Dieses breite Spektrum macht deutlich, dass die Fragestellungen sehr vielschichtig sind, dass ein Austausch aber gerade jetzt sehr sinnvoll ist. 

Beeindruckt hat mich ein Webinar, dass die ISQua (International Society for Quality in Health Care) am 1. April 2020 veranstaltete. Der Referent Prof. Walter Riccaidi vom Gemelli Universitätsklinikum in Rom berichtete über erfolgreiche Interventionsstrategien in Italien. Er nutzte den Begriff der „new abnormality“ und skizzierte, wie sich sein besonders stark betroffenes Land auf ein „Leben mit dem Virus“ einstellt. Die weniger gravierenden Verläufe der Infektion in einigen asiatischen Staaten führte er ausschließlich darauf zurück, dass diese durch Pandemie in jüngster Vergangenheit deutlich besser vorbereitet waren.

Nun noch zu eine privaten, mich persönlich beruhigende Beobachtung. Meine 95-jährige Mutter erfreut sich derzeit bester Gesundheit und macht sich wenig Sorgen. Sie lebt als Selbstversorgerin mit Unterstützung von Familie und Nachbarn weitgehend autonom und gestaltet ihr Leben kommunikativ schon seit vielen Jahren mit sozialen Medien. Für sie habe sich das Leben momentan kaum verändert. Welch ein Glück!

Autor

Dr. Peter Gausmann

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