IBM und Siemens Healthineers starten gemeinsame Plattform

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IBM und Siemens Healthineers starten gemeinsame Plattform
© GettyImages/Natali_Mis

Siemens Healthineers und IBM Deutschland starten eine gemeinsame offene digitale Plattform und wollen so die Vernetzung des deutschen Gesundheitssystems schrittweise vorantreiben.

Akteure sollten mithilfe der Plattform, also einem System für Cloud-Dienste, einen autorisierten Zugriff auf bestehende und zukünftige digitale Patientenakten haben, sagte Dr. Christian Kaiser, Leiter Digital Services Central Western Europe, Siemens Healthineers, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Derzeit bremsten viele unterschiedliche Insellösungen die Vernetzung im deutschen Gesundheitssystem, unterschiedliche IT-Standards erschwerten den Datenaustausch und die Anbindung einzelner Applikationen. Die Entwicklung der neuen Plattform „teamplay digital health platform connect“ sei auf Basis internationaler Standards wie IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) oder HL7 erfolgt. Die dafür eingesetzte Technologie nutze Siemens Healthineers bereits in der Schweiz (EPD) und Österreich (ELGA), sagte Kaiser.

Aus Sicherheitsgründen soll der Betrieb der Plattform auf zwei deutschen Rechenzentren aufgeteilt werden. Siemens Healthineers betreibt das Patientenregister und IBM den Dokumentenindex. Das Patientenregister verwaltet Identitäten (demographische Daten wie Namen oder Kontaktdaten) von Patienten, die von den Teilnehmern der Plattform angemeldet wurden. Grundlage für eine solche Anmeldung ist das Einverständnis des Patienten. Das Patientenregister führt die Daten einer Person teilnehmerübergreifend zusammen. Dem gegenüber verwaltet der Dokumentenindex administrative Angaben zu den Dokumenten, welche ebenfalls die Teilnehmer der Plattform bekannt geben. Auch hier sei die Bereitstellung von neuen Dokumenten nur mit Erlaubnis der betroffenen Person möglich. Die eigentlichen Patientendokumente bleiben bei dem jeweils bereitstellenden Teilnehmer, also in dem jeweiligen Krankenhaus. Es werde also keine weitere digitale Aktenlösung etabliert. Für die Anbindung des ambulanten Sektors wolle man perspektivisch den KIM-Dienst der Gematik nutzen, sagt Kaiser. 

Nicht nur die Vernetzung wolle man fördern, sondern auch Dienste und Services anbieten, ohne dass Krankenhäuser einen eigenen Server in Betrieb nehmen müssen. Also verfolgt man auch hier den Cloud-Ansatz. Dienste können zum Beispiel sein: die Anbindung an die elektronische Patientenakte (ePA) der Gematik, die Implementierung einer virtuellen Visitie, eines Ärzte- oder Patientenportals. Das gelte für eigene Dienste, die offene Plattform sei aber auch für Angebote von Drittanbietern ausgelegt, sagte Kaiser. 

"Wir sind absolut keine Konkurrenzveranstaltung zur Telematikinfrastruktur", betont Kaiser. Man berücksichtige sie "sehr stark", biete Ergänzungen an und arbeite mit vielen Gremien der Gematik zusammen. Wenn der Zugang über den Standardkonnektor der Plattform direkt zur ePA läuft, werde es die Akzeptanz der ePA erhöhen. 

Autor

 Christina Spies

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