Von der Leyen will EU-weite Impfpflicht prüfen, DIVI fordert härtere Maßnahmen

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Von der Leyen will EU-weite Impfpflicht prüfen, DIVI fordert härtere Maßnahmen
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+++ Von der Leyen will EU-weite Impfpflicht prüfen +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich dafür ausgesprochen, eine allgemeine Corona-Impfpflicht in der Europäischen Union zu prüfen. "Wir sollten möglicherweise über eine verpflichtende Impfung in der EU nachdenken", sagte von der Leyen in Brüssel. Wie BR24 berichtet, begründete sie dies mit der Ausbreitung der neuen Omikron-Variante und der Tatsache, dass ein Drittel der EU-Bürger bisher nicht geimpft sei. Für eine Impfpflicht brauche es einen gemeinsamen Ansatz der Mitgliedsstaaten. [Quelle: BR24]

+++ Scholz ist für Impflicht, Bund und Länder bereiten Maßnahmenpaket vor +++

Nach den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag spricht sich der designierte Kanzler-Nachfolger Olaf Scholz für eine allgemeine Impfpflicht aus. Eine Abstimmung im Parlament hierüber werde angestrebt. "Wir werden ein Gesetzgebungsverfahren auf den Weg bringen, wo jeder Abgeordnete nach seinem Gewissen abstimmen kann", so Scholz in den Tagesthemen. Auch die Bundesärztekammer plädiert für eine allgemeine Impfpflicht, da sie der einzige Weg aus einer „Lockdown-Endlosschleife“ sei, wie es in einem Schreiben an die Teilnehmer der Bund-Länder-Konferenz heißt. Zudem haben sich Bund und Länder auf neue Corona-Maßnahmen verständigt, die am Donnerstag in der Ministerpräsidentenkonferenz abgesegnet werden sollen. Die Neuregelungen sehen unter anderem einen Krisenstab für eine Impfoffensive vor. Ziel sei, bis Weihnachten 30 Millionen Impfungen verabreicht zu haben. Um die Kampagne voranzutreiben, sollen auch Apotheker, Pflegekräfte und Zahnmediziner die Vakzine verimpfen. Weitere Kontaktbeschränkungen insbesondere für Ungeimpfte sowie 2G- und 2GPlus-Regelungen seien außerdem vorgesehen. [Quelle: Tagesschau]

+++ DIVI fordert härtere Corona-Maßnahmen +++

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fordert in einer Pressemitteilung bundesweit einheitliche Corona-Maßnahmen mit schärferen Kontaktbeschränkungen und – falls notwendig – einem zeitlich begrenzten Lockdown. „Wir brauchen konkrete Maßnahmen, um die aktuelle dramatische pandemische Entwicklung umgehend zu stoppen. Als Grundlage hierfür muss die epidemische Lage nationaler Tragweite als Gesetz reaktiviert werden, um bundeseinheitliche Maßnahmen schnell durchsetzen zu können“, so die DIVI. Die Vereinigung befürchte bis Weihnachten mehr als 6.000 Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Über 2.300 Intensivpatienten seien in der vergangenen Woche aufgenommen worden, 886 seien davon verstorben. Das Gesundheitssysten und insbesondere die Intensivstationen seien überlastet. Inzwischen greife das Kleebatt-Konzept, Patienten werden deutschlandweit verlegt. Doch „diese Strategie verschafft uns nur kurzfristig Zeit. Das ist keinesfalls eine Lösung“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Um das medizinische Personal und die Kliniken vor einem Kollaps zu bewahren, fordert die DIVI außerdem, dass alle bundesweit nicht dringend medizinisch notwendigen Eingriffe und Behandlungen nicht mehr vorgenommen werden und das Personal in die Intensiv- und Notfallbereiche umgesetzt werden. Zudem sollen mindestens eine Million Impfungen pro Tag verabreicht werden und eine allgemeine Impflicht umgesetzt werden, um eine sehr wahrscheinliche fünfte oder sechste Welle verhindern zu können. Vor allem angesichts der neu festgestellten Omikron-Variante gelte es mehr denn je vorausschauend zu handeln. [Quelle: DIVI]

+++ Studie zeigt ausgeprägte Vernarbung der Lunge durch gestörte Immunreaktion +++

Eine aktuelle Studie eines interdisziplinären Forschungskonsortiums aus Deutschland zeigt, dass das schwere Lungenversagen bei Covid sehr häufig von einer ausgeprägten Vernarbung des Lungengewebes begleitet wird. Für die Studie wurden die Lungen verstorbener Patienten anhand verschiedener mikroskopischer Aufnahmen untersucht, bei fast allen Betroffen wurden enorme Schäden entdeckt. Neben weitestgehend zerstörten Lungenbläschen und verdickten Wänden wurden ausgeprägte Ablagerungen von Kollagen gefunden, welches ein Hauptbestandteil von Narbengewebe ist. All dies sei charakteristisch für eine schwere Fibrose. „Diese Beobachtungen weisen darauf hin, dass wir es beim Covid-Lungenversagen mit einem sogenannten fibroproliferativen ARDS zu tun haben, also einer besonders schweren Form des Lungenversagens. Das könnte erklären, warum wir die Betroffenen so lange beatmen müssen", erklärt Prof. Dr. Peter Boor vom Institut für Pathologie der Uniklinik RWTH Aachen. Patienten mit einem schwerem Krankheitsverlauf haben sehr oft ein stark ausgeprägtes Lungenversagen. „Die weitgehende Zerstörung ihrer Lungenstruktur erfordert eine invasive Beatmung oder sogar eine ECMO-Behandlung über längere Zeit und geht leider mit einer sehr hohen Sterblichkeit von etwa 50 Prozent einher“, so Prof. Dr. Leif Erik Sander von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité. [Quelle: Charité]

+++ Braunschweig verschiebt nicht notwendige Operationen +++

Seit dem Wochenbeginn verschiebt das Städtische Klinikum Braunschweig nicht akute elektive Eingriffe, um Kapazitäten freizuhalten. Es würden nur noch Patienten mit dringlichen Fällen behandelt. Der limitierende Faktor auf der Intensivstation sei nicht die Bettenzahl, sondern der Mangel an Fachkräften. [Quelle: Süddeutsche]

+++ Privatkliniken treiben Impftempo voran +++

Mit gezielten Aktionen sollen die Impfkapazitäten der Kliniken in privater Trägerschaft für Mitarbende und die Bevölkerung noch stärker hochgefahren werden, berichtet der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK). Die Sana Kliniken setzen bei den Mitarbeitenden auf das hauseigene Intranet sowie die Mitarbeiter-App, an verschiedenen Standorten laufen auch Impfkampagnen für die Bevölkerung an. Am Sana Klinikum Borna erhält der Klinikträger dabei auch Unterstützung von der Bundeswehr. Die Helios Kliniken zeigen mit einem Video der Infektiologin auch die Dringlichkeit der Booster-Impfung auf. Aufklärung spielt auch für die Dr. Becker Klinikgruppe eine wichtige Rolle, ein Aufklärungsvideo informiert beispielsweise über die Funktionsweise der einzelnen Impfstoffe, während neurologische Chefärzte per Video detailliert Fragen zum Thema beantworten. Asklepios setzt auf digitale Terminbuchungen und bietet bundesweit, in Großstädten und ländlichen Regionen, Impfungen an. [Quelle: BDPK]

Autoren

 Luisa-Maria Hollmig
 Anika Pfeiffer

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