Eine bundesweite Blitzumfrage der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) weist auf eine hohe Belastung der Notaufnahmen in Deutschland hin. Viele Häuser berichten von Personalmangel, Kapazitätsproblemen und Einschränkungen bei der Patientensteuerung.
Für ihre dritte Blitzumfrage zur Situation der Zentralen Notaufnahmen hat die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) zum Stichtag am 2. Juni dieses Jahres bundesweit 271 Notaufnahmen befragt. Die Rückmeldungen stammen aus allen 16 Bundesländern.
Überfüllung und Exit Block weit verbreitet
45 Prozent der teilnehmenden Notaufnahmen berichteten für den betrachteten 24-Stunden-Zeitraum von einer Überfüllung der Notaufnahme (Overcrowding). Bei 60,6 Prozent wurde ein Exit Block gemeldet. Darunter werden Situationen verstanden, in denen Patienten die Notaufnahme wegen fehlender Kapazitäten für die Weiterbehandlung nicht zeitnah verlassen können.
Als häufigste Ursache für einen Exit Block nannten die Befragten verzögerte Verlegungen auf Normalstationen aufgrund von Bettenmangel. Zudem meldeten 32,1 Prozent der Notaufnahmen eine Kapazitätserschöpfung an die Integrierte Leitstelle. Von diesen Häusern wurden nach Angaben der DGINA dennoch 79,1 Prozent weiterhin mit Notfallpatienten belegt.
Viele Häuser melden Personalengpässe
63,1 Prozent der teilnehmenden Notaufnahmen berichteten von unbesetzten Stellen im ärztlichen Dienst und/oder in der Pflege. Akute Krankheitsausfälle meldeten 65,7 Prozent. Nur jeweils 31,8 Prozent der Befragten hielten die ärztliche beziehungsweise pflegerische Personalausstattung für ausreichend.
Fast die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass die Belastung durch Überfüllung der Notaufnahme (Overcrowding) und/oder Exit Block innerhalb der vergangenen zwölf Monate zugenommen habe. Die DGINA sieht in den Ergebnissen Hinweise auf eine flächendeckende Belastung der Notfallversorgung über alle Notfallversorgungsstufen hinweg.
clu
