Corona-Tagebuch

"Die Branche rechnet mit Kurzarbeit"

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"Die Branche rechnet mit Kurzarbeit"

Im Moment warten wir Reha-Kliniken alle gespannt darauf, wie die Politik entscheidet. Ob sie Reha-Kliniken tatsächlich in den Akuthaus-Status erhebt - und wenn ja, wie viele. Dann müsste die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) einen Vergütungssatz für uns aushandeln. Auch darauf sind wir gespannt. Grundsätzlich sind wir Reha-Kliniken uns unserer Aufgaben jetzt bewusst und auch bereit, diese zu übernehmen. Aber es bestehen ja mehrere Optionen: Bekommen wir den Status eines Akuthauses, das leichte Krankenhausfälle übernimmt? Oder eines Akuthauses für nicht mehr intensivpflegebedürftige Corona-Patienten? Machen wir Corona-Nachsorge? Verleihen wir unser Personal zur Unterstützung an andere Einrichtungen? Oder helfen wir bei der Separierung von Pflegeheimen? Letzteres wäre allerdings nur möglich, wenn wir entsprechend Pflegepersonal aus den Heimen dazubekommen. Uns selbst fehlt dafür das Personal. Das habe ich unserem Kreis auch so mitgeteilt. 

Da unsere beiden Kliniken überwiegend Patienten in Anschlussheilbehandlungen (AHB) haben, liegt unsere Auslastung momentan noch bei immerhin 72 Prozent. Andere Reha-Kliniken laufen jedoch bereits leer und auch bei uns wird es weniger werden. Ich weiß von Kliniken, die bereits Betriebsvereinbarungen über Kurzarbeit abschließen. Und auch für unsere Kliniken könnte das so kommen. 

Für unsere Rehabilitanden treffen wir nach wie vor besondere Schutzvorkehrungen und darin werden wir immer besser: Das Essen wird in Schichten versetzt eingenommen, die Reha-Gruppen sind deutlich kleiner und Fachvorträge lassen wir auf Video über unseren Hauskanal laufen, so dass die Patienten sich das von ihren Zimmern aus anschauen können. Bisher hatten wir in unseren Kliniken keinen Corona-Fall. 

Positiv überrascht hat mich, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vergangene Woche im Gespräch mit Bibliomed von ganz allein die wichtige Rolle der Rehabilitation und Reha-Kliniken erwähnt hat. Das ist neu.        

Autor

 Georg Freund

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