Relaunch des Rettungsschirms

DKG und GKV einigen sich auf neue Pauschalen

  • News des Tages
DKG und GKV einigen sich auf neue Pauschalen
Closeup shot of two businessmen shaking hands in an office © Cecilie_Arcurs

Der von Gesundheitsminister Jens Spahn eingesetzte Expertenbeirat zur Bewertung des Corona-Rettungsschirms, in dem Vertreter der Kliniken und Kassen sitzen, hat sich auf ein Weiterentwicklung des Rettungsschirms ab dem 1. Juli 2020 geeinigt, wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) heute mitteilt. Das Ministerium, das an den Verhandlungen beteiligt war, hat bereits eine Verordnung mit den Änderungen entworfen.

Freihaltepauschale variiert zwischen 360 und 760 Euro

Wichtigster Diskussionspunkt im Beirat war die Differenzierung der bisher einheitlich festgelegten Freihaltepauschale zu Refinanzierung der nicht belegten Betten, die zur Bewältigung der Corona Pandemie durch die Krankenhäuser auch weiterhin zur Verfügung gestellt werden. „Die jetzt gefundene Lösung, wonach alle Krankenhäuser ab dem 1. Juli in fünf Kategorien eingeteilt werden und der pauschale Erlösausgleich sich stärker als bisher an den tatsächlichen Erlösverlusten der einzelnen Krankenhäuser orientiert, führt zu einem differenzierteren Lastenausgleich und stärkt vor allem die Krankenhäuser mit hohen Intensivkapazitäten und teuren Vorhaltekosten“, so DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß. Anstelle der bisher einheitlichen Zahlung von 560 Euro pro Belegungstag tritt nun eine differenzierte Pauschale die zwischen 360 Euro und 760 Euro variiert. Das Ministerium hat in einer Anlage zur Verordnung bereits jedes einzelne Krankenhaus den fünf Kategorien zugeordnet. Man müsse nun prüfen, ob die Einteilung sachgerecht sei, erklärt die DKG.

Pflegepauschale von 185 Euro ist nur eine Untergrenze

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Kliniken ist die Feststellung der Verhandlungspartner, dass die im Rettungsschirm festgelegte Refinanzierung der Pflegepersonalkosten eine absolute Untergrenze darstellt, die aber bei nachgewiesener Unterfinanzierung für einzelne Kliniken auch einen vollen Mehrkostenausgleich zum Jahresende ermöglicht.

Materialpauschale für Covid-19-Patienten verdoppelt sich

Die bisher im Rettungsschirm festgelegte Refinanzierung der Mehrkosten für die persönliche Schutzausstattung der Mitarbeiter, wie Masken, Schutzkittel oder Handschuhe in Höhe von 50 Euro pro Fall soll weitergeführt und für die Behandlung von Covid-19-Patienten verdoppelt werden.

Freihaltepauschale in der Psychiatrie sinkt auf 280 Euro

Für die Refinanzierung der freien Kapazitäten in psychiatrischen Kliniken hat der Beirat ab Juli ebenfalls neue Pauschalen vereinbart. Die Beiratsmitglieder der Krankenhäuser haben den ab Juli niedrigeren Pauschalen in Höhe von 280 Euro bei vollstationäre Behandlung und 190 Euro für Tageskliniken zugestimmt, nachdem von Seiten der Krankenkassen akzeptiert wurde, dass die ursprünglich von den Kassen eingebrachte rückwirkende Korrektur der bereits bis Ende Juni ausgezahlten Geldern nicht realisiert wird. „Die jetzt deutlich niedrigeren Pauschalen für die psychiatrischen Kliniken waren ein sehr schwieriger Verhandlungsgegenstand, denn sie können die Erlösverluste dieser Fachkliniken ab 1. Juli bei weitem nicht ausgleichen. Nur in der Gesamtbetrachtung auch der bisherigen Zahlungen bis Ende Juni ist diese Absenkung kompromissfähig“, schreibt die DKG.

Nächstes Thema auf der Agenda: Budgetverhandlungen 2020

Zentral bleibe für die Klinikvertreter die Forderung, dass für die Zeit ab dem 1. Oktober 2020 Anschlussregelungen gefunden werden müssen, da die Krankenhäuser auch in den dann folgenden Monaten ihr Regelleistungsvolumen ganz überwiegend noch nicht erreichen können. „Allen Verhandlungspartnern im Beirat ist diese Problemlage bewusst und die konstruktive Arbeitsatmosphäre gibt uns die Zuversicht, dass wir auch hier wirksame Vereinbarungen für die Zukunft treffen können“, stellte Gaß fest. Der Beirat setzt seine Beratungen am 22. Juni fort. Dann soll unter anderem der Handlungsbedarf des Gesetzgebers und der Selbstverwaltungspartner mit Blick auf die Budgetverhandlungen 2020 sein.

Die Regierungskoalition hat heute außerdem ein Konjunkturpaket beschlossen, in dem drei Milliarden Euro zur Finanzierung der Kliniken festgelegt sind.

 

Über den neuen Deal zwischen Kliniken und Kassen berichten wir ausführlich in unserer aktuellen Ausgabe von f&w - und in unsere neuen Podcast:

   

Autor

 Jens Mau

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche



Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich