Corona-Tagebuch

Eine Chance für die Digitalisierung

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Eine Chance für die Digitalisierung

In den letzten Tagen haben mich 3 Dinge wirklich beschäftigt.

Zum einen haben wir erlebt, dass diese besondere Situation auch eine Chance sein kann – nämlich für die Digitalisierung. Innerhalb weniger Tage sind weiter Teil der SBK ins Homeoffice gegangen – darunter erstmals auch Kolleginnen und Kollegen aus den operativen Einheiten. Und es funktioniert – für uns und unsere Kundinnen und Kunden. Seit Anfang der Woche haben wir bei 165.000  Kundinnen und Kunden für unsere MeineSBK-App geworben – als schnellen und sicheren Kommunikationskanal in unsicheren Zeiten. Bereits nach wenigen Stunden hat sich die Zahl der täglichen Registrierungen fast verdoppelt. Und: Innerhalb von zwei Wochen ist es uns gelungen, den elektronischen Datenaustausch mit dem MD zu pilotieren – ein Projekt, das uns schon eine Weile begleitet und jetzt endlich losgeht – ganz pragmatisch. Jetzt können digitale Lösungen ihren Mehrwert beweisen und hoffentlich auch den letzten Skeptiker überzeugen.

Außerdem waren die Verhandlungen zum Krankenhaus-Rettungsschirm-Gesetz zentral für uns. Es ist immens wichtig, dass in der aktuellen Situation kein Krankenhaus überlegen muss, ob es sich ein neues Intensivbett für Beatmungspatienten leisten kann. Und es darf auch nicht sein, dass Häuser vor der Insolvenz stehen, weil sie gerade elektive Operationen verschieben und dafür keine Vergütung erhalten. Das Rettungsschirmgesetz schafft deshalb Ausgleichszahlungen und reduziert die Rechnungsprüfung, um Bürokratie abzubauen. Um das alles zu finanzieren, wird auf die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds zurückgegriffen, der über Steuermittel monatlich wieder aufgefüllt wird. Eine solche Vorgehensweise ist richtig. Wir müssen Liquiditätshilfen vom Budget trennen. Und: Trotz Krise können wir nicht auf jegliche Form von Nachweis oder Abrechnung verzichten. Aber wir können Bürokratie abbauen: Der Pflegezuschlag ist aus meiner Warte eine sinnvolle Vereinfachung, gleiches gilt für die Reduzierung der MDK-Prüfungen auf fünf Prozent.

Trotzdem, und das ist mir wichtig: Der Streit um den Rettungsschirm hat auch gezeigt, dass es Zeit ist, neue Wege in der Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Kassen zu gehen. Es braucht wieder mehr Vertrauen. Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden, wie die hochwertige Versorgung für die Patienten wieder in den Mittelpunkt rückt – und nicht der Wettbewerb um die beste Abrechnungsstrategie.

Ganz persönlich hat mich in dieser Woche auch die Solidariät bewegt, die wir derzeit erleben. Mit den Ärzten und Pflegekräften. Aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander, die Nachbarschaftshilfe und die Unterstützung für lokale Händler. Solidarität hilft uns, diese Krise gut zu meistern. Solidarität – das für uns als Krankenversicherung tatsächlich kein Modewort, sondern unser Selbstverständnis. Eine starke Versichertengemeinschaft steht füreinander ein. Wenn uns die Corona-Krise eines gezeigt hat, dann wie wichtig diese Solidarität im Gesundheitswesen und in der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Es handelt sich keineswegs um ein Auslaufmodell, sondern um ein echtes Zukunftsmodell. Ich wünsche mir, dass wir alle diesen Solidaritätsgedanken auch nach der Krise nicht vergessen.

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