Corona-Krise

EU befürchtet Lieferengpässe bei Medikamenten

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Die EU-Kommission hat offenbar an die Arzneimittelindustrie appelliert, die Produktion hochzufahren, da die Medikamente für Intensivpatienten knapp werden könnten. Wie die Welt berichtet, hätten mehrere EU-Mitgliedstaaten der Arzneimittelagentur EMA mitgeteilt, dass die Vorräte überlebenswichtiger Medikamente noch eine Woche reichen würden. 

Der drohende Engpass in deutschen Kliniken werde vor allem bei Medikamenten, die zur Behandlung schwer erkrankter Corona-Patienten benötigt werden, befürchtet. Dazu gehören Beruhigungsmittel, Anästhetika, Medikamente zur Wiederbelebung, Muskelrelaxanzien und Antibiotika. Konkret gehe es um Fentanyl, Propofol, Ketamin, Lorazepam und Morphin.

Bis zu 50 verschiedene Medikamente seien für Patienten, die an Beatmungsgeräte angeschlossen sind, nötig. "Es ist von höchster Wichtigkeit, sofortige Priorität auf die Steigerung der Produktion dieser Medikamente zu setzen", schreibt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einem Brief an mehrere europäische Verbände der Arzneimittelindustrie, der der Welt vorliegen soll. Die Engpässe führten dazu, dass Kliniken auf andere verfügbare Ersatzwirkstoffe zurückgreifen müssten, die zum Teil stärker wirken. In einigen europäischen Ländern seien schon jetzt die Arzneimittel für die Behandlung der Schwerkranken ausgegangen. 

Bei rezeptfreien Arzneimitteln registrierten die Pharmafirmen Hamsterkäufe, berichtet der Tagesspiegel. Dies gelte vor allem für Paracetamol-haltige Mittel, Vitaminpräparate sowie Mittel gegen Erkältungen und Allergien. Pharmaunternehmen und Großhändler sollten Apotheken nicht über den normalen Bedarf hinaus beliefern, heißt es weiter. Ende März forderte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) bereits, die Arzneimittelversorgung auf Verschärfung der Krise vorzubereiten. Die Abläufe in den Apotheken sollten so optimiert werden, dass die Patienten möglichst schnell versorgt werden könnten sowie Voraussetzungen, um Patienten über Botendienste zu Hause zu versorgen.

Jens Spahn informierte über eine verstärkte Nachfrage Paracetamol-haltiger Medikamente und wies auf Maßnahmen zur Vermeidung von Versorgungsengpässen hin. Demnach sollten diese Arzneimittel nur für den akuten Behandlungsfall und wenn es im individuellen Einzelfall keine therapeutische Alternative gebe, abgegeben werden. 

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