Abrechnungsprüfung

Franz Metzger leitet den neuen MDK-Schlichtungsausschuss

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Dr. Franz Metzger © Privat

Franz Metzger übernimmt den Vorsitz des MDK-Schlichtungsausschusses. Der Kodierberater und ehemalige Chef-Controller der Uniklinik Mannheim soll bis Jahresende 93 hoch strittige Streitfälle beilegen. Allerdings fehlt ihm noch ein entscheidendes Puzzleteil für seine Arbeit.

Seit Monaten wartet die DRG-Welt mit Spannung auf den neuen Vorsitzenden des Bundes-Schlichtungsausschusses. Dieses Gremium soll strittige Kodierfragen in Kliniken beseitigen. Wie BibliomedManager nun erfuhr, übernimmt Franz Metzger den Vorsitz des Ausschusses. „Georg Baum hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir den Job vorstellen kann. Nach einem Tag Bedenkzeit habe ich zugesagt“, verrät der gelernte Arzt, der mittlerweile Partner eines Beratungsunternehmens ist. „Ich habe jeden Tag mit Kodierrichtlinien zu tun und wünsche mir, dass strittige Fälle grundsätzlich geklärt werden. Das ist im Grunde meine Hauptmotivation, diese Aufgabe zu übernehmen.“ Viele Klinikabrechnungen, die der Medizinische Dienst (MD) der Krankenkassen (früher: MDK) zurückweist, führen zu hitzgen Debatten zwischen Kliniken und Kassen.
 
Der 55-Jährige hat als Controller der Uniklinik Mannheim die Einführung der DRG miterlebt und war später als Leiter der Unternehmensentwicklung des Kalkulationshauses aus Mannheim auch in engem Kontakt mit Frank Heimig, dem Chef des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). Das InEK hat den Auftrag, die Verfahrensordnung für den Schlichtungsausschuss festzulegen. Sie ist das entscheidende Puzzleteil für den Erfolg von Metzgers Mission. Die Zeit drängt, denn der Ausschuss hat laut MDK-Gesetz die Aufgabe, bis Ende dieses Jahres 93 strittige Abrechnungsfragen zu beseitigen. Eine schlanke Verfahrensordnung ist dafür unerlässlich.

Gremium mit unrühmlicher Vergangenheit

Der Schlichtungsausschuss blickt auf eine unrühmliche Geschichte zurück. In der Vergangenheit tauschten die Bänke der Krankenhaus- und der Kassenseite teils hunderte Seiten lange Dokumente aus – was zum Stillstand fast aller Verhandlungen geführt hat. Überhaupt hat der Ausschuss in seiner Geschichte nur eine Entscheidung getroffen. Oft gibt es bei den strittigen Fällen kein eindeutiges „richtig“ oder „falsch“, sonst wären sie nicht über Jahre strittig. Durch die gesetzliche Frist lastet der Druck nun vor allem auf den Chef-Verhandlern von DKG und GKV-Spitzenverband: Am Ende müssen sich die 93 Entscheidungen zu einem für beide Seiten wirtschaftlich verträglichen Ergebnis zusammenfügen. 

Ob die Frist bis Jahresende angesichts der Corona-Pandemie einzuhalten ist, bleibt die große Frage. „Ich habe mir die Fälle angeguckt und halte es für machbar, sie zu lösen. Allerdings müssen wir dafür im zweiten Halbjahr arbeitsfähig sein“, erklärt Metzger. Die Verfahrensordnung regelt vor allem, wie Informationen in welcher Form eingereicht werden dürfen, und wer wann gefragt wird. Mit der Verordnung ist dem Vernehmen nach allerdings erst Mitte Juni zu rechnen. Eine weitere gesetzliche Vorgabe für den Schlichtungsausschuss ist es, neue Anträge innerhalb von acht Wochen zu entscheiden. Bis dato ist schwer abzuschätzen, ob diese Frist machbar ist und wie viele Neuanträge der Ausschuss pro Jahr abarbeiten muss. Auch dieses Ziel hängt stark von der Verfahrensordnung des InEK ab.  

Mansky und Busse sitzen ebenfalls im Gremium

Neben Metzger sitzen im Schlichtungsausschuss noch zwei weitere unparteiische Mitglieder: Professor Stefan Greiner (Universität Bonn) und Professor Thomas Mansky (TU Berlin). Hinzu kommen die Stellvertreter Professor Stefan Huster (Universität Bochum), Professor Bernt-Peter Robra (emeritiert, Universität Magdeburg) und Professor Reinhard Busse (TU Berlin). Neben diesen Unparteiischen sitzen die Vertreter der Kliniken und Kassen im Ausschuss. Metzgers Vorgänger als Vorsitzender war Hermann Schulte-Sasse (72), der den Job 2016 angenommen hatte und mittlerweile ausgeschieden ist.

Autor

 Jens Mau

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