Vorläufige Bilanz 2020

GKV moniert Einnahmenzuwachs der Kliniken von 14 Prozent

  • News des Tages
GKV moniert Einnahmenzuwachs der Kliniken von 14 Prozent
© Getty Images/ lappes

Die gesetzlichen Krankenkassen weisen für das Jahr 2020 ein Defizit von rund 2,65 Milliarden Euro aus, berichtet das Gesundheitsministerium. Die Krankenhäuser haben im Pandemie-Jahr 14 Prozent mehr Geld bekommen, moniert der GKV-Spitzenverband. 

Die Einnahmen der Krankenkassen, die sie in erster Linie durch vorab festgelegte Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erhalten, sind laut den Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums (die zu einem Teil noch auf Schätzungen beruhen) um 4 Prozent auf 260 Milliarden Euro gestiegen. Die Ausgaben verzeichneten bei einem Anstieg der Versichertenzahlen von 0,3 Prozent ebenfalls einen Zuwachs von 4 Prozent auf 262,6 Milliarden Euro. Bis auf die landwirtschaftliche Krankenversicherung (LKK), die 2020 einen Überschuss von 58 Millionen Euro erzielte, verbuchten alle Krankenkassenarten im vergangenen Jahr Defizite: Für die Ersatzkassen betrug das Minus 1,1 Milliarden Euro, für die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) 974 Millionen Euro, für die Betriebskrankenkassen (BKK) 235 Millionen Euro, für die Innungskrankenkassen (IKK) 250 Millionen Euro und für die Knappschaft 138 Millionen Euro.

GKV: Kliniken nahmen 14 Prozent mehr ein

Die Ausgaben der gesetzlichen Kassen für die Krankenhäuser stiegen 2020 auf 81,5 Milliarden Euro. Hinzukamen rund 700 Millionen Euro für zusätzliche Intensivbetten sowie vom Bund 9,4 Milliarden Euro an sogenannten Freihaltepauschalen. Insgesamt erhielten die Kliniken im Pandemie-Jahr 91,64 Milliarden Euro, rund 14 Prozent mehr als 2019 (80,3 Milliarden Euro), wie der GKV-Spitzenverband vorrechnet. 

Die Ausgabenentwicklung bei den Kassen war im vergangenen Jahr pandemiebedingt von Schwankungen geprägt, wie das BMG vorrechnet. Gegenüber der jeweiligen Vorjahresperiode stiegen die Ausgaben im ersten Quartal 2020 um 5,6 Prozent, im zweiten Quartal sanken die Ausgaben der Kassen unter den Auswirkungen des Lockdowns hingegen um ein Prozent. Im Zuge der Abflachung des Infektionsgeschehenes im Sommer stiegen die Ausgaben im dritten Quartal wiederum um 8,6 Prozent und im vierten Quartal mit dem Lockdown ab Mitte November um 3,6 Prozent an. 

Reha-Ausgaben sinken zweistellig

Ausgabenrückgänge verzeichneten die Kassen bei den Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen (minus 15,2 Prozent). Diese Belegungsrückgänge wurden durch Ausgleichszahlungen in Höhe von rund 335 Millionen Euro aus dem Gesundheitsfonds abgefedert. Ein Rückgang war auch bei den ärztlichen Früherkennungsmaßnahmen (minus 2,8 Prozent) zu sehen, den der GKV-Spitzenverband als „besorgniserregend“ bezeichnete.

Die endgültigen Finanzergebnisse der Kassen für das Jahr 2020 werden ebenso wie die Daten des erstens Quartals 2021 Mitte Juni 2021 vorliegen. 
 

Autor

 Jens Mau

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche


Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich