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Helios-Chef Simon: "Wir werden einen neuen Privatisierungsschub erleben"

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Helios-Chef Simon: "Wir werden einen neuen Privatisierungsschub erleben"
Franzel Simon, CEO Helios Kliniken Deutschland © Thomas Oberländer/Helios Kliniken

Der Krankenhauskonzern Helios will ambulanter werden, aber auch im stationären Geschäft weiter zukaufen. Das sagt CEO Franzel Simon im Interview. Er ist sich sicher, dass die Privaten bald wieder vermehrt gefragt sind.

 

Herr Simon, die Zahl der Covid-19-Fälle steigt nun wieder deutlich. Spüren Sie bereits die ersten Auswirkungen in den Helios-Kliniken – und womit rechnen Sie in den kommenden Wochen und Monaten?

In unseren Kliniken spüren wir, Stand Mitte Oktober, nur einen leichten Anstieg, und bislang ist die Lage mit der vom März nicht vergleichbar. Wir testen mehr, die Infizierten sind jünger und symptomfreier, und wir gehen davon aus, dass das Intensivaufkommen nicht so groß sein wird wie im Frühjahr. Die zusätzlichen ITS-Betten stehen jedenfalls bereit. Herausfordernd ist aber mitunter die personelle Besetzung auf den Intensivstationen.

Können Sie bereits abschätzen, wie Helios dieses Jahr abschließen wird?

Als Fresenius Helios, also mit Spanien, erwarten wir inklusive der Covid-Effekte ein organisches Umsatzwachstum von ein bis vier Prozent. Beim Ebit werden wir auf dem Niveau von 2019 bleiben.

Viele Träger stehen einer Privatisierung inzwischen kritisch gegenüber. Ist das Übernahmegeschäft schwieriger geworden?

Ja, vor allem bei kommunalen Krankenhäusern. Der Zeitgeist ist inzwischen ein anderer, es wird zwei- bis dreimal überlegt, ob man verkauft. Ich erwarte, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird, spätestens wenn die Steuergelder nicht mehr so üppig fließen wie zuletzt. Viele Kommunen werden dann nicht mehr in der Lage sein, die Defizite ihrer Krankenhäuser auszugleichen. Wir werden einen neuen Privatisierungsschub erleben.

Wo steht Helios in fünf Jahren, wie werden Sie arbeiten?

Wir werden viel digitaler, weniger stationär, mehr ambulant und spezialisierter arbeiten. Mit unseren fünf regionalen Tumorzentren haben wir bereits erste Schritte in diese Richtung gemacht. Jeder Patient, der mit Krebs in eines unserer Krankenhäuser kommt, erhält immer die gleiche Expertise. Und natürlich brauchen wir in der Zukunft endlich mehr sektorenübergreifende Versorgung, vor allem im ländlichen Raum. Wir sind davon überzeugt, dass kleine Kliniken auf dem Land nur überleben werden, wenn sie sich spezialisieren oder als Gesundheitszentrum auftreten, also die ambulante Versorgung von Patienten mit übernehmen.

 

Das komplette Interview erscheint in der November-Ausgabe von f&w. Als Abonnent oder mit dem Monatspass können Sie schon jetzt lesen, warum Helios das ambulante Geschäft noch lernen muss, in welchen Bereichen man weiter zukaufen will und wie das Unternehmen die Fördermöglichkeiten des KHZG nutzen will.

Autor

 Florian Albert

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