Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) fordert ein Förderprogramm für Hitzeschutzmaßnahmen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen.
Hintergrund sind die Erfahrungen des außergewöhnlich heißen Sommers 2026. Wie die LÄKH nach ihrer jüngsten Sitzung mitteilt, müssen Gesundheitseinrichtungen nach Ansicht der Ärzteschaft besser auf häufigere und intensivere Hitzewellen vorbereitet werden. Die Delegierten sprechen sich dafür aus, Hitzeresilienz als Teil der gesundheitlichen Daseinsvorsorge zu verankern. Erste Maßnahmen sollen bereits vor dem Sommer 2027 umgesetzt werden.
Investitionen in Gebäude und Abläufe gefordert
Die Ärztekammer fordert, Hitzeschutz stärker in Planung, Finanzierung und Betrieb von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen einzubeziehen. Dazu sollen Mindeststandards für Krankenhäuser, Medizinische Versorgungszentren, Praxen und Pflegeeinrichtungen entwickelt werden. Diese sollen bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen umfassen.
Gefordert wird außerdem ein gemeinsames Investitionsprogramm von Bund und Ländern. Nach Einschätzung der Delegierten können viele Einrichtungen die erforderlichen Maßnahmen nicht aus den laufenden Erlösen finanzieren.
Belastungen für Patienten und Beschäftigte
Die Ärztekammer verweist auf überhitzte Aufenthalts- und Behandlungsräume, fehlenden Sonnenschutz und unzureichende nächtliche Abkühlung. Besonders betroffen seien ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie Säuglinge und Kleinkinder. Auch die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen hätten sich während der Hitze verschlechtert.
Neben kurzfristigen Anpassungen fordert die LÄKH eine langfristige Strategie. Dazu gehören Aufklärung über Gesundheitsrisiken von Hitzeperioden sowie Maßnahmen zum Klimaschutz. Die Ärzteschaft verweist auf Prognosen der Klimaforschung, wonach Hitzewellen künftig häufiger und intensiver auftreten dürften.
cs
