Steigende Sieben-Tage-Inzidenz

DKG und DIVI befürchten großen Personalausfall

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DKG und DIVI befürchten großen Personalausfall
Eine Holzwand mit einem Sichtfenster trennt die normale Intensivstation von der Covid-Intensivstation. Vor dem Betreten des Isolierbereichs muss aufwendige Schutzkleidung angelegt werden. © Mühlenkreiskliniken/Kai Senf

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.543 erreicht Deutschland erneut ein Höchstwert. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) warnen vor einer zunehmenden Belastung durch coronainfizierte Mitarbeitende. Wie der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilt, würden immer mehr Krankenhausbeschäftigte wegen Krankheit oder Quarantäne ausfällen. "In einigen Bundesländern müssen bereits Reservekliniken genutzt werden, weil die normalen Kliniken nicht mehr aufnehmen können", so Gaß. Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen warnt er auch vor einer möglichen Zunahme der Intensivbettenbelegung in den kommenden Wochen.

Auch DIVI-Präsident Gernot Marx bestätigt, dass die Ausfallquote beim Personal höher sei als sonst. Dennoch seien die Intensivmediziner optimistisch und hätten die Lage auf den Intensivstationen im Griff. Aktuell befinden sich rund 21.000 positiv getestete Patienten in den Krankenhäusern, davon rund 2.200 auf den Intensivstationen laut Intensivregister.

Der Inzidenz-Anstieg hänge mit der Omikron-Subvariante BA.2 zusammen. Würde sich der Trend bestätigen, könnten mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen auch die Zahlen auf den Normal- und Intensivstationen wieder steigen, so der DKG-Vorstandsvorsitzende. Belastungsszenarien wie 2020 und 2021 befürchtet Gaß aber nicht. 

Angesichts der steigenden Inzidenzen wirbt auch SPD-Chefin Saskia Esken erneut für die allgemeine Impfpflicht. Noch immer laufe die Impfkampagne schleppend und auch der Novavax-Impfstoff hätte keine Trendwende gebracht, schreibt der Spiegel. Eine wesentlich höhere Impfquote sei nötig, wenn man im kommenden Herbst nicht wieder gezwungen sein wolle, Handel, Gastro, Dienstleistungen und Kultur zu beschränken. Die höhere Quote sei "nur durch eine allgemeine Impfpflicht für alle Erwachsenen" zu erreichen. Ab Donnerstag diskutiert der Bundestag über die Einführung der allgemeinen Impfpflicht.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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