10. E-Patient-Survey 2020

Immer mehr Deutsche nutzen Gesundheits-Apps

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Immer mehr Deutsche nutzen Gesundheits-Apps
© GettyImages/Natali_Mis

20 Millionen Menschen in Deutschland nutzen digitale Gesundheitsanwendungen, rund 10 Millionen Diagnostik-Apps und über 3 Millionen haben mit ihrem Arzt oder Therapeuten live via Internet gesprochen. Zu diesem Ergebnis kommt die 10. Online-Befragung zum digitalen Gesundheitsmarkt E-Patient-Survey 2020. 

Demnach stieg zwischen Frühjahr und Herbst die Nutzung von Diagnostik-Apps von 10 auf 13 Prozent, Onlinesprechstunden wurden von 5 Prozent der Befragten, zuvor 2 Prozent in Anspruch genommen. “Wie beim Online-Banking haben sich die Bürger längst entschieden, die Angebote zu nutzen, die ihnen das Leben erleichtern”, sagt Dr. Alexander Schachinger, Geschäftsführer des Berliner Marktforschungsunternehmen EPatient Analytics GmbH. 11 Prozent der Befragten, also knapp 8 Millionen Menschen, nutzen beispielsweise eine App speziell für Medikamente. 

Der typische Nutzer der Online-Sprechstunde ist der Befragung zufolge zwischen 25 und 50 Jahre alt; mit 5 Prozent nutzen etwas mehr Männer die Videosprechstunde als Frauen (4 Prozent). Primär handele es sich um Akutpatienten (9 Prozent). 7 Prozent der Stadtbewohner, aber nur 3 Prozent der Einwohner in kleineren Ortschaften nutzen sie. Das könne aber auch eine Folge der schlechten Datennetze auf dem Land sein, und zeige auf, dass Versorgungslücken per se nicht mit dem Online-Arzt gelöst werden können. 

Vier Prozent haben App vom Arzt verordnet bekommen

Bereits vier Prozent der Befragten haben “vom Arzt eine App verordnet bekommen”, obwohl die vom BfArM zugelassenen ersten beiden DiGas (Kalmeda, Velibra) erst seit wenigen Wochen veröffentlicht sind. Schachinger vermutet, diese relativ hohe Zahl sei mit Selektivverträgen von Startups zu begründen, die mit Krankenkassen schon seit Jahren Verträge haben.

Ein Blick auf die App-Verbreitungswege im Markt zeigt, dass die Patienten den Gesundheitsprofessionen voraus sind. Selbständig im Internet haben 46 Prozent der Nutzer die Apps entdeckt, auf Platz zwei mit 22 Prozent liegen Empfehlungen von Freunden oder Familie. Werbung liegt mit 14 Prozent laut der Befragung gleichauf mit dem Empfehlungsgeber Arzt (14 Prozent), vor der Krankenkasse (13 Prozent), der weit abgeschlagenen Apotheke (fünf Prozent) und dem Schlusslicht Krankenhaus (drei Prozent). Gerade Apotheken hätten aber das Potenzial, DiGAs, zu erklären, verbreiten oder verkaufen, sagt Schachinger.

Methodik der E-Patient-Survey 2020

Befragt wurden rund 2.700 Menschen vom 1. - 16. Oktober 2020. Die Erhebungsmethode sei eine ab sofort zweimal pro Jahr fortlaufend durchgeführte quotierte Panel-Befragung repräsentativ für alle Deutschen im Internet (92 Prozent). Die Teilnehmerstruktur entspreche regional und soziodemografisch dieser Bevölkerungsgruppe. EPatient Analytics kooperiert mit GapFish, einem unabhängigen ISO-zertifizierten Panelanbieter mit 300.000 Teilnehmern. Die Panelisten werden über Rundfunk- und Printmedien sowie aus dem Handel rekrutiert (Mediengruppe RTL Deutschland, Spiegel-
Gruppe REWE u.w.).

Autor

 Christina Spies

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