Digitalisierung

Innovationsausschuss empfiehlt zwei Digitalprojekte für die Regelversorgung

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Innovationsausschuss empfiehlt zwei Digitalprojekte für die Regelversorgung
© GettyImages/Jackie Niam

Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) empfiehlt die Projekte "ERIC" und "PASTA" in die Regelversorgung zu überführen. Beide Projekte haben ihre jeweiligen Versorgungsansätze erfolgreich erprobt.

Nach Angaben von Josef Hecken, Vorsitzender des Innovationsausschusses, wird es in diesem Jahr erstmals eine große Zahl abgeschlossener Projekte in der Versorgungsforschung als auch bei den neuen Versorgungsformen geben. Zu Recht seien damit hohe Erwartungen verknüpft. "Welche Erkenntnisse wurden gewonnen, welche Ergebnisse haben das Potenzial, die bisherige Regelversorgung besser zu machen? Beispielsweise bei den Projekten 'ERIC' und 'PASTA' ist sich der Innovationsausschuss sicher, dass sie dieses Potenzial haben", so Hecken. 

Verständliche Patientenbriefe

Bei dem Projekt "PASTA - Patientenbriefe nach stationären Aufenthalten" wurde eine Software entwickelt, mit der laienverständliche Patientenbriefe automatisch erstellt werden können. Die regulären Entlassbriefe enthalten Informationen, die im Übergang zur nachfolgenden ambulanten Behandlung wichtig sind, für die Patienten aufgrund des Arztlateins häufig unverständlich sind. In dem Projekt wurde deshalb die automatisierte Erstellung eines zusätzlichen Patientenbriefs erprobt, in dem das Krankheitsbild und die durchgeführten Untersuchungen patientengerecht erläutert werden. Pilotklinik für das Projekt war das Herzzentrum Dresden. In die Evaluation flossen die Daten von 738 Patienten ein. 93 Prozent der Studienteilnehmer haben die Briefe ausführlich gelesen und wurden von über 90 Prozent als verständlich, informativ und hilfreich bewertet. Zudem gaben 73 Prozent an, den Patientenbrief mindestens einer weiteren Person gezeigt oder mit ihr darüber gesprochen zu haben. In den Ergebnissen zeigte sich außerdem, dass die Patientenbriefe als zusätzliches Entlassdokument vor allem für vulnerable Patientengruppe eine Unterstützung sind. 

Die im Projekt erzielten Erkenntnisse gibt der Innovationsausschuss an verschiedene Institutionen im Gesundheitssystem weiter, etwa an Vertragspartner des Rahmenvertrags Entlassmanagement. Ziel sei, die automatisiert erstellten Patientenbriefe im Entlassmanagement zu etablieren.

Telemedizinische Visite

Bei dem Projekt "ERIC - Enhanced Recovery after Intensive Care" wurde erprobt, ob mit Hilfe einer multiprofessionellen telemedizinischen Visite das Risiko verringert werden kann, dass Langzeitfolgen nach der Behandlung auftreten. Jährlich werden in Deutschland etwa 2,1 Millionen Menschen intensivmedizinisch behandelt. Viele leiden davon unter langanhaltenden Folgeschäden, wie kognitiven Einschränkungen und Organschäden. Bei dem Projekt wurde eine zentrale E-Health-Plattform aufgebaut, die die Kommunikation und die Datenerfassung der 15 beteiligten Intensivstationen in einem telemedizinischen Zentrum bündelte. Das Potenzial des Projekts zeigte sich in der Pandemie: Über die E-Health Plattform konnte die Charité das neueste Wissen zur intensivmedizinischen Behandlung von Covid in der Region Berlin/Brandenburg unmittelbar und standortunabhängig verfügbar machen. An den beteiligten Intensivstationen wurden die telemedizinischen Visten erfolgreich eingeführt. Auch das Ziel, dass die durch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI) veröffentlichten intensivmedizinischen Qualitätsindikatoren besser eingehalten werden, wurde erreicht. Angesichts der Erfolge spricht sich der Ausschuss für eine Überführung in die Regelversorung aus. Die Gesundheitsministerien der Länder seien daher gebeten zu prüfen, ob in ihrem Bundesland telemedizinische Visiten auf Intensivstationen etabliert werden sollten.

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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