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Ionenstrahl-Zentrum Marburg womöglich vor dem Aus

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Ionenstrahl-Zentrum Marburg womöglich vor dem Aus
© Universitätsklinikum Heidelberg

Das defizitäre Marburger Ionenstrahl-Zentrum (MIT) steht womöglich vor dem Aus. Da Siemens die Entwicklung eingestellt habe, gebe es de facto keine Ersatzteile mehr, sagte Rhön-Vorstandsvorsitzender Christian Höftberger in einem Interview mit der "Oberhessischen Presse". Käme es zu einem Defekt, sei das Ende des Zentrums besiegelt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei der hohe Energieverbrauch. In der Gießener Allgemeinen Zeitung ergänzte der CEO, dass sich die Technik nicht durchgesetzt habe. Weltweit gebe es neben Marburg nur noch in Shanghai eines dieser Geräte.  

Das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) ist 2015 in Betrieb genommen worden. In den Folgejahren gab es jedoch immer wieder Debatten über die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Ende 2018 hatte die Geschäftsführung wegen geringer Auslastung einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Damals gehörten der Rhön-Klinikum AG 24,9 Prozent der Anteile. Anfang 2019 übernahm der Konzern die restlichen 75,1 Prozent der Anteile vom Universitätsklinikum Heidelberg. 2020 hatte Rhön erklärt, das MIT weiterbetreiben zu wollen. 

 

Aktualisierung vom 8.8.2022, 10:45 Uhr:

Christian Höftberger erklärte in einem Statement, dass es keine Beschlüsse zur Schließung gebe. "Im Übrigen habe ich im Interview mit der Oberhessischen Presse nichts inhaltlich Neues gesagt. Zu Fragen der medizinischen Indikation und der Ersatzteilversorgung kommt nun das Thema der Energieknappheit." Die Rhön-Klinikum AG habe zudem alle mit dem Land Hessen getroffenen Vereinbarungen hinsichtlich der Partikeltherapie vollständig erfüllt. Es bestehe deshalb keine Betriebspflicht mehr.

In der Anlage hätten zudem seit deren Inbetriebnahme deutlich weniger Patienten eine Bestrahlung erhalten, als man gedacht und erhofft hatte. Damit ist die Anlage zum einen defizitär, zum anderen sei ein technisches Ende nicht ad infinitum aufschiebbar. Rhön habe der Landesregierung angeboten, die Partikeltherapieanlage weiter zu betreiben, solange dies technisch möglich ist, wenn "angemessene Fördermittel" zur Verfügung stehen. "Wir haben dem Land auch angeboten, die Anlage für einen symbolischen Kaufpreis zu übernehmen und in eigener Regie weiter zu betreiben", so Höftberger. 

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