Corona-Pandemie

IQM-Studie: Weniger Beatmungen in der zweiten Welle

  • Covid-19
IQM-Studie: Weniger Beatmungen in der zweiten Welle
© GettyImages.com/Taechit Taechamanodom

In einer Untersuchung hat die Initiative Qualitätsmedizin e.V. (IQM) das Leistungsgeschehen während der Covid-19-Pandemie über das gesamte Jahr 2020 in 431 Krankenhäusern analysiert. Die Studie umfasst die Abrechnungsdaten aus 431 IQM-Mitgliedskrankenhäusern, die von den teilnehmenden Krankenhäusern freiwillig zur Verfügung gestellt wurden, heißt in einer Mitteilung von IQM. Das entspreche 36 Prozent aller Krankenhauspatienten in Deutschland.

Die Untersuchung vergleicht die Fallzahlen und Sterblichkeiten bei schweren Atemwegserkrankungen (SARI, Severe Acute Respiratory Infections) ebenso wie die Verläufe anderer nicht Covid-assoziierter Erkrankungen im Jahr 2020. 

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Zu den Fallzahlen gesamt:

  • Die Krankenhausfälle waren im ersten Lockdown um 40 Prozent reduziert und blieben bis zum Ende des Jahres 2020 circa 13,6 Prozent unter der Zahl von 2019. Hiervon waren nicht nur elektive „aufschiebbare“ Behandlungen, sondern auch dringliche und Notfallbehandlungen betroffen.
  • Im Hinblick auf die Gesamtfallzahlen traten im Vergleich zum Jahr 2019 über den Verlauf des Jahres 2020 in der Summe insgesamt nicht mehr Intensiv- oder Beatmungsfälle auf.

Zu den stationär behandelten Covid-19-Patienten:

  • Von den knapp 70.000 stationär behandelten Covid-Patienten entwickelten 68,3 Prozent ein SARI. Die Sterblichkeit war mit 18,3 Prozent höher als bei nicht mit Covid-19 assoziierten SARI mit 15,3 Prozent.
  • Es zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Welle. Dies gilt sowohl für die Krankenhaussterblichkeit (16,8 Prozent  vs. 18,9 Prozent ), die Entwicklung eines SARI (72,5 Prozent  vs. 66,7 Prozent), die Inanspruchnahme der Intensivmedizin (24,2 Prozent  vs. 18,1 Prozent ) und die Häufigkeit der Beatmung (18,1 Prozent  vs. 12,2 Prozent).

Die Ergebnisse schließen an die Erkenntnisse an, die sich bereits in den vorherigen Analysen von IQM gezeigt hatten, so die Initiative. Es zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede zwischen der ersten und zum Zeitpunkt der Datenlieferung noch anhaltenden zweiten Welle der Pandemie in Bezug auf Fallzahl und Sterblichkeit.

„Gerade in den Hochphasen der Pandemie hat sich gezeigt, dass Wahrnehmung und Fakten in Einklang gebracht werden müssen. Mit der Studie leisten wir einen Beitrag zu den Fakten. Dies ist wichtig, sowohl zum wissenschaftlichen Verständnis, als auch für den Umgang mit dem Pandemiegeschehen,“ so Dr. Francesco De Meo, IQM Präsident. „Die Studie belegt, dass die zeitnahe Auswertung der Abrechnungsdaten einen maßgeblichen Beitrag leisten kann, um die Covid-19-Situation in den Krankenhäusern abzubilden und hieraus pandemiekonform Maßnahmen abzuleiten.“

Autor

 Christina Spies

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich