Der Aufsichtsrat des Städtischen Klinikums Braunschweig hat die Entwicklung zu einem Zentralklinikum beschlossen. Damit verabschiedet sich das Haus vom bisherigen Zwei-Standorte-Konzept.
Künftig sollen alle medizinischen und nicht-medizinischen Leistungen am Standort Fichtengrund 1 gebündelt werden, teilt das Klinikum mit. „Die Konzentration an einem Standort schafft die Voraussetzungen für ein reibungsloseres Arbeiten, höhere Prozessqualität und eine zukunftsfähige medizinische Versorgung“, sagt Alina Dahmen, seit Anfang Mai medizinische Geschäftsführerin des Hauses.
Ausbau in mehreren Bauabschnitten geplant
Der Standort Fichtengrund 1 soll schrittweise ausgebaut werden. Ein zentraler Baustein ist der geplante Neubau Nord. Zuvor entsteht der Neubau Süd, der nach derzeitiger Planung 2030/31 in Betrieb gehen soll.
Für den Neubau Nord nennt das Klinikum einen Zeithorizont bis 2037. Anschließend ist die Entwicklung eines weiteren Baufelds für Verwaltung und Infrastruktur vorgesehen. Dieser Abschnitt soll bis etwa 2042 realisiert werden.
Mit der Bündelung am Standort will das Klinikum Abläufe vereinfachen und Prozesse stärker verzahnen.
Finanzierung über Transformationsfonds vorgesehen
Die Finanzierung der Bauvorhaben soll über den Transformationsfonds von Bund und Ländern erfolgen. Das Klinikum und die Stadt sollen die Investitionen nicht selbst tragen.
„Das skbs sieht in der Finanzierung des Zentralklinikums über den Fonds den Weg, ein schlüssiges, langfristig tragfähiges Gesamtkonzept umzusetzen und damit die medizinische Versorgung nachhaltig auf einem universitären Niveau zu halten“, erklärt Jan-Olaf Klok, kaufmännischer Geschäftsführer.
Anträge für Fördermittel noch in diesem Jahr
Das Klinikum bereitet nach eigenen Angaben die notwendigen Anträge für die nächsten Bauphasen vor. Diese sollen in diesem Jahr gestellt werden.
Die Umsetzung des Gesamtkonzepts bleibt langfristig angelegt. Entscheidungen über Förderzusagen aus dem Transformationsfonds stehen noch aus.
Mit 1.475 vollstationären Planbetten sowie 24 teilstationären Planbetten und 4.489 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus (fast 5.000 inkl. Tochtergesellschaften) ist das Klinikum Braunschweig eines der größten Arbeitgeber in der Region. Es versorgt als Krankenhaus der Maximalversorgung auf universitärem Niveau die Region Braunschweig mit rund 1,2 Millionen Einwohnern. Mit 22 Kliniken, 10 selbstständigen klinischen Abteilungen und 8 Instituten wird nahezu das komplette Fächerspektrum der Medizin abgedeckt. Pro Jahr werden mehr als 50.000 Patienten stationär und rund 200.000 ambulant behandelt.
Das Klinikum hat einen Umsatz von rund 460 Millionen Euro pro Jahr.
cs

