Das Klinikum Wolfsburg hat sein Jahresergebnis 2025 verbessert und zugleich die Zahl der behandelten Patienten erhöht. Während das Defizit auf rund 14 Millionen Euro sank, legten insbesondere die ambulanten Leistungen kräftig zu.
Nach Angaben des Klinikums lag das Defizit 2024 noch bei 19,9 Millionen Euro. Die wirtschaftliche Entwicklung ging mit einem Anstieg der Fallzahlen einher. Das Krankenhaus behandelte 2025 insgesamt 31.236 Patienten stationär und 64.078 ambulant. Im Vorjahr waren es 31.085 beziehungsweise 54.922 Fälle. Besonders stark wuchs damit der ambulante Bereich. Gleichzeitig stiegen die Erlöse aus dem Fallpauschalensystem um rund 6,3 Millionen Euro.
Ambulante Leistungen legen deutlich zu
Nach Angaben des Klinikums erreichte die medizinische Leistung damit erneut das Niveau vor der Corona-Pandemie. Bereits im dritten Jahr in Folge konnte das Haus seine Leistungszahlen steigern. Auch für das laufende Jahr 2026 erwartet die Klinikleitung eine weitere Zunahme der Fallzahlen.
Klinikumsdirektor André Koch sieht in der Entwicklung einen wichtigen Schritt für das Haus. „Wirtschaftliche Stabilität und eine hochwertige medizinische Versorgung gehören für uns untrennbar zusammen. Nur ein wirtschaftlich stabiles Klinikum kann dauerhaft eine verlässliche und hochwertige Versorgung garantieren“, sagte er.
Konsolidierung bis 2030 geplant
Parallel zur Leistungsentwicklung verfolgt das Klinikum einen Konsolidierungskurs. Bis 2030 soll ein ausgeglichenes Jahresergebnis erreicht werden. Anschließend strebt die Klinik nachhaltig positive Abschlüsse an.
„Die Verbesserung des Jahresergebnisses 2025 ist deshalb ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig wissen wir, dass noch ein anspruchsvoller Weg vor uns liegt“, sagte Koch.
Das Klinikum verweist jedoch auf weiterhin schwierige Rahmenbedingungen. Belastend wirkten die nach eigener Darstellung unzureichende Finanzierung der Krankenhäuser, steigende Personal- und Sachkosten sowie die zunehmende Verlagerung von Leistungen in den ambulanten Bereich. Hinzu komme Unsicherheit durch die Krankenhausreform. Im kommenden Jahr entscheidet das Land Niedersachsen über die beantragten Leistungsgruppen, die künftig den Versorgungsauftrag des Hauses maßgeblich bestimmen werden.
Investitionen in Medizintechnik
Die Stadt Wolfsburg investiert als Trägerin nach eigenen Angaben weiter in Medizintechnik und Infrastruktur. Zu den jüngsten Anschaffungen zählt ein Da-Vinci-Operationssystem für robotergestützte Eingriffe. Zudem hat das Klinikum die technische Ausstattung für Wirbelsäulenoperationen ausgebaut.
Zur Zukunftsstrategie gehören außerdem Kooperationen mit Krankenhäusern in Braunschweig und Wolfenbüttel sowie mit der Universitätsmedizin Göttingen. Über den Medizincampus Wolfsburg beteiligt sich das Klinikum zudem an der Ausbildung von Medizinstudierenden.
cs
