Die LUP-Kliniken im Landkreis Ludwigslust-Parchim starten einen Neustrukturierungsprozess. Die Schwerpunkte der drei Standorte Crivitz, Hagenow und Ludwigslust liegen künftig auf Altersmedizin, Ambulantisierung und sektorenübergreifender Versorgung.
Die LUP-Kliniken gGmbH stellt sich neu auf. Der Neustrukturierungs- und Transformationsprozess soll die stationäre und ambulante Versorgung in den Regionen des Landkreises Ludwigslust-Parchim langfristig sichern sowie wirtschaftlich tragfähig und medizinisch zukunftssicher aufstellen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Versorgungsangebote der LUP-Kliniken an den Standorten Crivitz, Hagenow und Ludwigslust sollen bedarfsorientiert aufeinander abgestimmt werden.
Crivitz: Fokus auf Innere Meidzin und Geriatrie
Am Standort Crivitz sollen die stationären medizinischen Schwerpunkte künftig insbesondere in den Bereichen allgemeine Innere Medizin und Geriatrie (Altersmedizin) liegen. Damit reagiert das Krankenhaus auf die demografische Entwicklung und den steigenden Bedarf an altersmedizinischer Versorgung. Das Angebot der Altersmedizin soll künftig für den gesamten LUP-Klinikenverbund gelten.
Notfallversorgung künftig nur in Hagenow und Ludwigslust
Auch die Notfallversorgung wird standortübergreifend neu organisiert und in die Häuser in Hagenow sowie Ludwigslust verlegt. Die Vorstellung und hausärztliche Erstversorgung von Patient:innen im regulären Tagesbetrieb mit leichteren oder nicht lebensbedrohlichen Notfällen ist in Crivitz weiterhin möglich. Sollte darüberhinausgehender diagnostischer oder stationärer Behandlungsbedarf bestehen, erfolgt die Weiterleitung der Patient:innen an die spezialisierten Krankenhäuser in Hagenow, Ludwigslust, Parchim oder Schwerin.
Orthopädie zieht nach Hagenow, Allgemeinchirurgie nach Ludwigslust
Die orthopädische Versorgung wird künftig vollständig am Standort Hagenow im zertifizierten Endoprothetikzentrum gebündelt. Die komplexeren Eingriffe der Allgemeinchirurgie erfolgen künftig in Ludwigslust. Die Abteilung Orthopädie/Unfallchirurgie/Allgemeinchirurgie am Standort Crivitz soll entfallen. Ebenso ist der Rettungsdienst auf die veränderten Strukturen ausgerichtet.
Crivitz: SÜV soll ambulant und stationär verzahnen
Zudem soll den kommenden Monaten für den Standort Crivitz ein sektorenübergreifendes Versorgungsmodell (SÜV) etabliert werden. Dieses Modell soll ambulante und stationäre Versorgungsleistungen verzahnen. So werden die ambulanten Angebote schrittweise ausgebaut, darunter die Physio- und Ergotherapie.
Hagenow: Erweiterung des Kreißsaals und der Schwertherapie
Seit der Gründung der LUP-Kliniken Ende 2022 treibt der Klinikverbund die Modernisierung der Fachabteilungen und Weiterentwicklung der medizinischen Angebote voran: darunter die Erweiterung des Kreißsaals am Standort Hagenow bei laufendem Betrieb mittels Landesförderung in Höhe von rund 1,57 Millionen Euro. Die Fertigstellung erfolgte Ende 2025. Die Schmerztherapie an diesem Standort befindet sich ebenfalls im Ausbau. Die Leistungen wurden um eine spezialisierte Kopfschmerz-Therapie ergänzt, eine ambulante Schmerztherapie für Kinder ist derzeit in Planung.
Ludwigslust: 6,2 Millionen Euro Fördermittel vom Land investiert
Auch am Krankenhaus Ludwigslust hat es in den vergangenen Jahren Modernisierungsmaßnahmen gegeben. Im Rahmen der Einzelförderung nach dem Landeskrankenhausgesetz durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern flossen rund 6,2 Millionen Euro in den Standort. Ein Teil der Summe hat der Verbund bereits im Herbst 2023 in eine neue Geräteaufbereitung der Funktionsdiagnostik investiert. Weitere 2,75 Millionen Euro flossen im Jahr 2024 in die Verlegung des Linksherzkatheter-Messplatzes. Die restlichen 3,2 Millionen Euro sind für die Neustrukturierung der Notaufnahme, die voraussichtlich im kommenden Sommer abgeschlossen sein soll, vorgesehen.
Modellprojekt LuP-Regio erprobt Einsatz von Community Helth Nurses
Am Krankenhaus Crivitz läuft seit 2025 unter Beteiligung der Krankenkassen das Innovationsfondsprojekt LuP-Regio, das neue Versorgungsformen für den ländlichen Raum erprobt. Das Projekt setzt hierbei unter anderem auf den Einsatz von sogenannten Community Health Nurses – also Gemeindegesundheitspfleger:innen – sowie auf digitale Angebote.
In Crivitz soll zudem eine zentrale Kurzzeitpflege für alle Standorte der LUP-Kliniken mit zehn bis 20 Betten entstehen. Darüber hinaus ist eine Erweiterung des Facharztzentrums an allen drei Standorten geplant, um die ambulante Versorgung vor Ort zu stärken.
Enge Zusammenarbeit mit Land und Kassen
Die Neustrukturierung der LUP-Kliniken erfolgt in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern, den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern. Der Landkreis steht als Gesellschafter entsprechend den Vorgaben des Kreistages zu allen drei Standorten und wird den erforderlichen Umstrukturierungsprozess einschließlich der damit einhergehenden personellen Maßnahmen gemeinsam mit den kreislichen sowie betrieblichen Gremien begleiten.
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