Masterplan Krankenhaus

Umbau des Gesundheitssystems gefordert

  • Krankenhausplanung

Die Gewerkschaften Verdi und DGB fordern einen Umbau des Gesundheitssystems. Vor allem das DRG-System steht in der Kritik. Die Gewerkschaften kritisieren, dass betriebswirtschaftliches Denken die Branche dominiere, wozu das Fallpauschalensystem beitrage, berichtet der SWR. "Der Irrweg von Fallpauschalen, Konkurrenz zwischen Krankenhäusern und dem Sachzwang zur Gewinnerzielung hat sich gerade in der Corona-Krise als kontraproduktiv erwiesen", so Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz, "die Fehlentwicklungen im Gesundheitssystem haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass insbesondere kleinere Krankenhäuser nicht betriebswirtschaftlich sinnvoll geführt werden können." 

Michael Quetting, Verdi-Pflegebeauftragter, sagte, Deutschland habe die Corona-Krise bislang deshalb recht gut gemeistet, weil große Teile des DRG-Systems außer Kraft gesetzt worden seien. Zudem bilde es keine Reserven, etwa in Form von Schutzausrüstungen in Lagern, denn das rechne sich nicht, heißt es beim SWR. 

Masterplan Krankenhaus

Der sogenannte "Masterplan Krankenhaus" soll die Grundlage für den Umbau des Gesundheitssystems bilden. Dieser soll unter wissenschaftlicher Federführung der Universitätsmedizin Mainz (UMM) in Zusammenarbeit mit dem DGB, der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz und dem Landtag erarbeitet werden, schreibt die Gewerkschaft Verdi in einer Meldung. Die UMM soll dabei umfassende Laborkapazitäten sowie technische Einrichtungen für spezialisierte Behandlungen vorhalten. Über einen Ausbau der Telemedizin könne sie sich mit allen Leistungserbringern verbinden und so eine überregionale Beratungs- und Mitbehandlungstätigkeit ausüben, beschreiben die Gewerkschaften ihr Konzept.

Der Plan soll den Bedarf in der Gesundheitsversorgung ermitteln und die Ressourcen bedarfsgerecht verteilen. Es sei sinnvoll, Spitzenmedizin zu zentralisieren. Die Grund- und Regelversorgung müsse hingegen flächendeckend gewährleistet sein. "Das wollen wir dadurch erreichen, dass die ambulante fachärztliche Versorgung stufenweise in die Krankenhäuser integriert wird ­- vor allem dort, wo der Markt die Versorgung der Bevölkerung mit ambulanten fachärztlichen Leistungen nicht sicherstellt", sagt Frank Hutmacher, Landesbezirksfachbereichsleiter Verdi Rheinland-Pfalz-Saarland. Die Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung verursache Schnittstellen- und Systembrüche. Das sei ineffektiv und teuer für die Versicherten. 

Für die Beschäftigten fordern die Gewerkschaften die umgehende Verbindlichkeit des TVöD für alle Krankenhäuser, um die Abwärtsspirale bei Bezahlung und sozialen Arbeitsbedingungen zu stoppen. Zudem soll schrittweise eine gesetzliche Personalbemessung eingeführt werden. Als Zwischenschritt schlagen Verdi und DGB die unverzügliche Einführung von PPR 2.0 vor (f&w berichtete).

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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