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Mehr Performance im digitalen Team

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Mehr Performance im digitalen Team
© Universitätsklinikum Freiburg

Viel hängt in der Radiologie von den medizinisch-technischen Radiologieassistent*innen (MTRA) ab, gerade auch in großen Einrichtungen wie dem Universitätsklinikum Freiburg. Dort hat man wie andernorts nicht nur mit einem MTRA-Mangel zu kämpfen, sondern auch mit stetig steigenden Untersuchungszahlen und Anforderungen. Dazu zählt auch die Herausforderung durch die zunehmende Rolle der Radiologie in der Personalisierten Medizin, die Prof. Dr. Fabian Bamberg, Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, so beschreibt: „Da ist zum einen die zunehmende Spezialisierung in den Bildgebungsdisziplinen, etwa beim Kardio-MRT oder bei der multiparametrischen Bildgebung im Rahmen der Leberdarstellung, durch die sehr spezifische, hochkomplexe Bildgebungsprotokolle notwendig sind. Gleichzeitig haben wir bei den MTRA keine durchgehende, homogene Expertise, weil wir zum Teil weniger erfahrene Kolleginnen und Kollegen im Team haben oder wir organbasierte Experten haben, die gut ein Herz fahren können, aber keine Leber.“ In Freiburg wird die Situation noch dadurch verschärft, dass die Radiologie räumlich über den gesamten Campus verteilt ist – mit Standorten in der Chirurgie, dem Notfallzentrum, der Kinderklinik, der Gynäkologie und sogar im zwanzig Kilometer entfernten Universitäts-Herzzentrum Bad Krozingen. 

Heterogene Expertise als wirtschaftliche Bedrohung

„Dadurch war es planungstechnisch natürlich sehr schwierig, die Untersuchungsanforderungen mit der inhomogenen Expertise der MTRA in Einklang zu bringen. Die Folge war, dass wir die Großgeräte nicht immer wie gewünscht belegen konnten. Untersuchungen stauten sich an und das setzte unser gesamtes Geschäftsmodell unter Druck“, fügt Bamberg hinzu. Weil die hochqualifizierten MTRA an Schlüsselpositionen eingesetzt werden müssen, konnten komplexe Untersuchungen nur an bestimmten Scannern ausgeführt werden oder es waren häufige Personalwechsel zwischen den Scannern notwendig. „Wenn dann noch erfahrene Kräfte wegbrechen, etwa durch Krankheit oder weil sie woanders eingesetzt werden, dann müssen im schlimmsten Fall hochspezialisierte Untersuchungen wie etwa die Herzbildgebung abgesagt werden. Zudem konnten wir etwa im Spätdienst an vielen Systemen nur einfachere Untersuchungen planen.“

Vorreiterrolle bei der Digitalisierung

Angesichts dieser Herausforderungen hat der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, Prof. Dr. Frederik Wenz, das Thema schon früh in die Digitalisierungsstrategie des Universitätsklinikums aufgenommen – und bereits Mitte 2019 gemeinsam mit der Radiologie eine Lösung auf der Basis von syngo Virtual Cockpit angedacht: „Wir sind in Freiburg Vorreiter, was die Digitalisierung angeht. Das betrifft nicht nur neue Technologien und Behandlungsprinzipien, sondern auch die Qualitätssicherung und neue Formen der digitalen Zusammenarbeit.“ Ein vorausschauender Ansatz, der sich im Frühjahr 2020, als die SARS-CoV-2-Pandemie ein unmittelbares Handeln nötig machte, ausgezahlt hat. 

In der ersten Welle waren die Fallzahlen in Freiburg besonders hoch und auch im Team von Prof. Dr. Bamberg gab es viele krankheits- und quarantänebedingte Ausfälle. „In diesem Kontext bot sich die Installation von syngo Virtual Cockpit an, um unsere Mannschaft weiter auseinanderzuziehen und speziell unser CT im Notfallzentrum aus einem pandemiesicheren Safe Scanning Room zu fahren“, erinnert sich der Radiologe. „Weil vor dem Hintergrund der Pandemie schnelle Entscheidungen getroffen werden konnten und alle mitgeholfen haben, war die Lösung für weite Teile der Radiologie innerhalb von einem Monat einsatzbereit, in Teilbereichen sogar noch schneller.“ 

Gern genutzte Unterstützung

Nachdem sich das Remote Scanning im Rahmen der Pandemie bewährt hatte, wurde in den folgenden Monaten deutlich, dass es auch im Routinealltag den gewünschten Mehrwert bei der Unterstützung weniger erfahrener MTRA bringt. Wenn sich jemand bei einer Untersuchung unsicher ist, kann er unkompliziert eine erfahrene Kollegin hinzuziehen, die sich aus einem anderen Untersuchungsraum auf den Scanner aufschaltet und etwa die Parametereinstellungen überprüft, bevor der Scan gefahren wird. Inzwischen hat sich das in Freiburg gut eingespielt, sodass etwa 10 bis 15 Prozent der komplexen Untersuchungen mit Unterstützung gefahren werden. Die Lösung nutzt allen Beteiligten, wie Bamberg betont: „Wir haben jetzt eine viel komfortablere Situation bei der Personalplanung, die unerfahreneren MTRA fühlen sich etwa im Spätdienst nicht mehr überfordert bzw. alleingelassen, und wir Radiologen bekommen eine homogenere Bildqualität bei den komplexeren Untersuchungen.“ Und natürlich profitieren auch die Patienten von entspannteren Untersuchungssituationen, zusätzlichen Untersuchungszeiten und standardisierten Ergebnissen.

Standortübergreifende Zusammenarbeit

In einem weiteren Schritt wurde auch das Personal in Bad Krozingen einbezogen, weil sich zeigte, dass im dortigen Herzzentrum teilweise noch MRT-Untersuchungsslots frei waren, während in Freiburg keine Kapazitäten mehr bestanden. Die Erfahrung, die den auf kardiale Bildgebung spezialisierten MRTA in Bad Krozingen etwa für Prostatauntersuchungen fehlt, kann durch Experten der Uroradiologie in Freiburg ausgeglichen werden. Umgekehrt können Kolleg*innen aus Bad Krozingen die MTRA in Freiburg an allen Systemen bei Herzuntersuchungen unterstützen und dadurch standortübergreifend diagnostische Bildqualität sicherstellen. Weil die Benutzeroberfläche und die zugrundeliegende Infrastruktur zwischen den Standorten harmonisiert wurde und die Scans mit identischen Protokollen durchgeführt werden, gibt es keine technischen Reibungsverluste. Auch die Terminvergabe kann zentral erfolgen. Dadurch entfalten sich die gesamten Vorteile einer umfassenden Remote-Scanning-Lösung – von der flexiblen Terminvergabe und Personalplanung über eine effiziente Gerätenutzung und die Möglichkeit zur Supervision auch vom Homeoffice aus bis hin zur unternehmensweiten Bereitstellung der benötigten Expertise und der Standardisierung auch von komplexen Untersuchungen. „Nicht zuletzt wird der Teamgedanke insgesamt gestärkt, gerade auch standortübergreifend“, so Bamberg. „Wenn Sie miteinander arbeiten, ob digital oder analog, dann wachsen die Beziehungen. Und das Netzwerk, das sich so bildet, ist förderlich für uns als Radiologie insgesamt.“

Als weiteres Ziel hat sich die Freiburger Radiologie die Ausweitung der Scanunterstützung auf kleinere Krankenhäuser in der Umgebung vorgenommen, die ähnlich wie das Herzzentrum in Bad Krozingen eingebunden werden könnten, wie Bamberg erklärt: „Wir haben gemeinsam mit Siemens Healthineers analysiert, wo der größte Nutzen der Remote-Scanning-Lösung für die Patientinnen und Patienten liegt. Die Idee ist, dass wir unsere Expertise kleineren Kliniken zur Verfügung stellen, damit dort auch komplexere Untersuchungen gefahren werden können. Wir rechnen damit, dass wir in den nächsten ein bis drei Jahren hierfür ein gutes Modell etabliert haben, das gewinnbringend für alle Beteiligten ist.“

„Die Heterogenität der eigenen MTRA steht oft der durch die Zuweiser geforderten Spezialisierung der Untersuchungen entgegen. In dieser Situation würde ich jedem empfehlen, eine Remote-Scanning-Lösung zu evaluieren und gegebenenfalls im Team zu etablieren.“

„Wir sind in Freiburg Vorreiter, was die Digitalisierung angeht. Das betrifft nicht nur neue Technologien und Behandlungsprinzipien, sondern auch die Qualitätssicherung und neue Formen der digitalen Zusammenarbeit. Da ist unser Anspruch, in enger Kooperation mit unseren Partnerunternehmen wie Siemens Healthineers Taktgeber zu sein und die Gesundheitslandschaft maßgeblich zu beeinflussen.“

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