Krankenhausfinanzierung 2026

Roland Laufer: "Kliniken fehlt der doppelte Boden"

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Dr. Roland Laufer, Geschäftsführer, Dezernat II Krankenhausfinanzierung und -planung, Deutsche Krankenhausgesellschaft
Dr. Roland Laufer, Geschäftsführer, Dezernat II Krankenhausfinanzierung und -planung, Deutsche Krankenhausgesellschaft © Regina Sablotny

„Die Lage der Krankenhäuser ist kritisch und dramatisch. Sie wird sich im nächsten Jahr nicht verbessern“, sagte Roland Laufer, Geschäftsführer Krankenhausfinanzierung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Die Finanzierungslücke bleibe weit geöffnet, weil die Kliniken den anhaltenden Preisauftrieb nicht ausgleichen können.

Allein durch volkswirtschaftliche Effekte wachse das Ausgabenvolumen der Kliniken auf 110 Milliarden Euro im Jahr 2025. Zusätzlich belaste der Energieschock die Budgets vieler Häuser. Das Finanzierungssystem könne solche Entwicklungen nicht abfedern. „Das System hat keinen doppelten Boden, der solche Preisschocks auffangen würde“, sagte Laufer.

Die Politik habe zwar reagiert und einen Rechnungsaufschlag von vier Milliarden Euro gewährt – demgegenüber reduziere die Meistbegünstigungsklausel den Betrag um 1,8 Milliarden Euro. Laufer sprach von einem „Nebeneinander von Hilfs- und Kostenmaßnahmen“, das weder Planungssicherheit schaffe noch die strukturellen Probleme löse.

Kritisch äußerte er sich auch zur zunehmenden Detailtiefe im Pflegebudget. Die Aufschlüsselung kleinster Tätigkeiten halte er für nicht praktikabel. „Das ist bis 2027 so nicht denkbar.“ Die DKG plädiere dafür, das Budget in einem alternativen Konstrukt zu denken, statt die Prospektivität des Systems weiter auszuhöhlen.

Auch regulatorische Vorgaben sorgten für zusätzliche Belastung. Laufer verwies auf eine Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses, nach der Fachärzte 30 Minuten am Patienten vorhalten sollen. „Das ist so nicht umsetzbar.“ Dadurch erhöhten sich nicht nur die Kosten, sondern auch die Anforderungen an das Personal, das vielerorts ohnehin knapp sei.

Bei den Hybrid-DRG sieht Laufer kaum Spielraum für Einsparungen. Wären im Jahr 2024 alle Leistungen nach diesem Modell abgerechnet worden, hätte der Ausgabenanstieg nach seinen Angaben bei 49 Millionen Euro gelegen. 
Die DKG schlägt vor, Hybrid-DRG neu zu denken und als Kurzlieger-DRG auszulegen. 

Autor

 Lena Reseck

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