Die Schön-Kliniken haben ein eigenes KI-System für alle Mitarbeiter aufgesetzt. CEO Mate Ivančić zieht in f&w eine positive Zwischenbilanz und nennt die wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Die Schön Kliniken treiben den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) im eigenen Unternehmen voran. Mit der unternehmensintern entwickelten Plattform „SchönGPT“ sollen Mitarbeitende aus Medizin, Pflege, Verwaltung und weiteren Bereichen administrative Aufgaben schneller erledigen, Dokumente strukturieren und wiederkehrende Routinen automatisieren. Nach Angaben des Unternehmens nutzen bereits mehr als 2.000 Beschäftigte das System, zudem seien über 60 spezialisierte KI-Agenten entstanden.
SchönGPT basiert auf der Technologie großer Sprachmodelle, wird jedoch vollständig innerhalb der Unternehmensinfrastruktur betrieben. „Inhalte verlassen das Unternehmen nicht“, sagt CEO Mate Ivančić im Interview mit f&w. Ziel sei, eine datenschutzkonforme Alternative zu frei zugänglichen KI-Anwendungen bereitzustellen, die bereits von vielen Beschäftigten genutzt werde.
Fokus auf Dokumentation und Verwaltung
Einsatzgebiete sieht die Klinikgruppe vor allem dort, wo große Mengen textbasierter Informationen verarbeitet werden. So können nach Angaben der Verantwortlichen etwa Arztbriefe vorstrukturiert, Verträge zusammengefasst oder große Dokumentenbestände analysiert werden. Auch in der Dienstplanung kommen KI-Agenten zum Einsatz, die auf Basis vorgegebener Regeln erste Entwürfe erstellen.
„SchönGPT liefert Entwürfe, keine Endergebnisse“, betont Ivančić. Medizinische Entscheidungen wie Diagnosen oder Therapieempfehlungen würden ausdrücklich nicht von der KI getroffen. Die fachliche Verantwortung verbleibe bei den Mitarbeitenden. Der Betrieb erfolgt über die eigene IT-Infrastruktur. Personenbezogene Daten werden automatisiert erkannt und verworfen. Zudem habe das Unternehmen organisatorische Leitplanken etabliert, darunter Schulungen, Nutzungsrichtlinien sowie ein KI-Board, das neue Anwendungsfälle bewertet und Risiken prüft.
KI-Agenten als Standardwerkzeuge
Für die weitere Entwicklung planen die Schön Kliniken eine Bibliothek standardisierter KI-Agenten für unterschiedliche Berufsgruppen. Zudem wird daran gearbeitet, mehrere Agenten zu verknüpfen, sodass einzelne Arbeitsschritte automatisiert aufeinander folgen.
Im vollständigen Interview mit f&w erläutern Ivančić und CIO Thomas Maurer Chief, welche konkreten Anwendungen bereits heute produktiv genutzt werden, wie die Klinikgruppe mit fehlerhaften KI-Antworten umgeht und warum die Verantwortlichen den Erfolg nicht allein an klassischen Effizienzkennzahlen messen.
