Reha-Kolumne

Sicherheit vermitteln

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Sicherheit vermitteln

Deutschlandweit werden die Corona-Maßnahmen wieder gelockert. Schritt für Schritt kehren wir in vielen Bereichen zur Normalität zurück. Weit entfernt von „normal“ spielt sich allerdings der Alltag in den Rehabilitationseinrichtungen ab. Frisch operierte Herzpatienten, Patienten nach Schlaganfall, nach einer Strahlentherapie oder geriatrische Patienten – in Reha-Kliniken haben wir es mit Menschen aus Risikogruppen zu tun. Und gerade diesen Menschen gilt es, in unsicheren Zeiten ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. 

Zunächst waren die Reha-Einrichtungen relativ leer, da Operationen und Eingriffe in den Akuthäusern verschoben wurden, um Kapazitäten für Corona-Patienten freizuhalten. Der Anteil an AHB-Patienten ging stark zurück, darüber hinaus waren in einzelnen Bundesländern Heilverfahren ganz ausgesetzt. Abstände einzuhalten und Patienten bei Bedarf auf ihren Zimmern zu versorgen, ist einfach, solange Reha-Kliniken niedrig belegt sind. Mit steigenden Patientenzahlen müssen wir allerdings umdenken: Eine sichere Rehabilitation muss auch bei steigender Belegung gelingen – und das möglichst ohne wesentliche Abstriche bei Behandlungsintensität und -qualität. 

Das Virus ist hoch ansteckend. Um Sicherheit zu schaffen, muss daher der Ansatz sein: neuralgische Punkte identifizieren (Therapiebereiche, öffentliche Bereiche, Speiseversorgung) und vor allem dort Patientenströme anders lenken. Da kann es beispielsweise sinnvoll sein, einen Schichtbetrieb im Speisesaal einzuführen. Darüber hinaus ist die Patientenversorgung in allen Bereichen RKI-konform zu organisieren und durch regelmäßige Kontrollen für Patienten und Mitarbeiter nachvollziehbar im Auge zu behalten. Hygienevorgaben müssen leicht verständlich formuliert und sichtbar platziert sein. Und der Einsatz und Umgang mit Schutzausrüstung muss auch bei Patienten immer wieder geschult werden – um nur einige Punkte zu nennen. Dabei sollten wir nicht unterschätzen, wie wichtig die Sichtbarkeit von Regelungen für deren Akzeptanz ist. Wir müssen Sicherheit sichtbar machen. Soll ein Stuhl im Speisesaal nicht benutzt werden, um Abstandsregelungen einzuhalten, dann wird er mit einem Band abgesperrt. 

Bleibt die Frage: Wie kann die erforderliche Behandlungsintensität und -qualität gewährleistet werden, wenn Gruppengrößen reduziert und Gruppenkonzepte modifiziert werden müssen? Denn Reha soll nicht nur sicher, sondern auch effektiv und Erfolg versprechend sein. Hier werden wir definitiv neue Wege gehen. Begrüßungsvorträge als Videopräsentation, eine Telefonsprechstunde für allgemeine Fragen, mehr Therapien im Freien, Entspannungstraining mit unterstützenden Audio- oder Videodateien des Therapeuten, Klinik-Fernsehkanäle sinnvoll für Therapieinhalte nutzen – denkbar ist vieles. Das Virus zwingt uns, alle Abläufe und Gewohnheiten zu überdenken und Dinge neu anzupacken. Das ist viel Arbeit und in einigen Bereichen vielleicht auch eine Chance. 

Autor

 Lena Reseck

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