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Studie ermittelt psychosoziale Belastungen von medizinischem Personal während der Pandemie

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Studie ermittelt psychosoziale Belastungen von medizinischem Personal während der Pandemie
Shot of a young doctor sitting on the floor and looking distraught © GettyImages/ AJ_Watt

Eine Studie, bei der unter anderem die Universität Witten/Herdecke beteiligt ist, zeigt, dass Pandemie nicht nur auf Mitarbeitende auf Intensivstationen auswirkt. Die körperliche und psychische Belastung von Mitarbeitenden auf Intensivstationen und in Akutkrankenhäusern ist gut belegt. Eine Forschungsgruppe um Professor Peter Borusiak (Universität Witten/Herdecke, LVR-Klinik Bonn) befasste sich im Rahmen der VOICE-Studie mit der Situation von Mitarbeitenden der Sozialpädiatrie. Als Querschnittswissenschaft beschäftigt sich die Sozialpädiatrie mit Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen im Kontext ihres sozialen und familiären Umfelds. Ergebnisse einer Online-Befragung zeigten, dass sich von rund 1.291 Mitarbeitenden fast 45 Prozent emotional erschöpft fühlten. 15 Prozent zeigten Hinweise auf eine depressive Störung und 17 Prozent auf eine Angststörung. Die Daten seien vergleichbar mit Erhebungen bei Pflegekräften auf Akutstationen. "Interessanterweise war oftmals die Sorge um die Patienten oder Angehörigen höher als diejenige um die eigene Person", erklärt Borusiak in einer Mitteilung. "Die Mitarbeitenden beschreiben aber auch innere Schutzmaßnahmen wie optimistische Einstellungen, emotionale und soziale Unterstützung, ein höheres Kohärenzgefühl, eine höhere Lebensqualität und ausreichende Entspannung in der Freizeit."

An der multizentrischen Voice-Studie sind unter anderem Forschende aus den Universitätskliniken Erlangen, Bonn, Ulm, Köln und Dresden beteiligt. Ziel der Studie ist, spezifische Belastungen und Ängste im Rahmen der Covid-Pandemie (etwa die Angst vor einer Infektion, Belastung durch veränderte Aufgaben) wie auch Quellen der persönlichen Resilienz im strukturellen und sozialen Bereich zu identifizieren und gegebenenfalls resultierende Stresssymptome wie Schlafstörungen, Depression oder Angsterkrankungen und deren Ausprägung zu erfassen. Gleichzeitig werden Arbeitsbedingungen sowie Aspekte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie erfragt. 

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