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Digitale Alternativen zeigen Wirkung

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Digitale Alternativen zeigen Wirkung
© GettyImages/JIRAROJ PRADITCHAROENKUL

Eine Studie zum Innovationsfondsprojekt "TELnet@NRW" zeigt, dass Telekonsile die medizinische Prozess- und Ergebnisqualität signifikant verbessern. Mit mehr als 150.000 eingeschlossenen Patienten handelt es sich dabei um die größte Telemedizinstudie Europas, teilt die Uniklinik Aachen mit. 

Das durch Mittel des Innovationsfonds geförderte Projekt „TELnet@NRW“ verfolgte bereits seit Anfang 2017 das Ziel, in den Modellregionen Aachen und Münster beziehungsweise Münsterland ein sektorenübergreifendes telemedizinisches Netzwerk in der Intensivmedizin und Infektiologie aufzubauen. Doch nicht zuletzt hat die Pandemie gezeigt, dass es Alternativen zur Präsenzmedizin gibt, die funktionieren. In Zeiten knapper Personalressourcen sind Expertise und Unterstützung für den Intensivmediziner vor Ort über Telekonsile schnell abrufbar und Entscheidungen können gerade bei kritischen Fällen ohne Zeitverlust getroffen werden. "Das ist ein Meilenstein auf unserem Weg zur digital vernetzten Gesundheitsversorgung", sagt "TELnet@NRW"-Konsortialführer Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik Aachen. Höchste medizinische Expertise könne durch Telemedizin unkompliziert flächendeckend verfügbar gemacht werden. Die Telekonsultationen erhöhen die Behandlungsqualität und schaffen einen Mehrwert für die Patienten. Laut Studienergebnissen konnte die Behandlungsqualität signifikant und klinisch hoch relevant verbessert werden. So konnte beispielsweise die Behandlung von lebensbedrohlichen Krankheitsbildern wie schwerer Sepsis und septischem Schock positiv beeinflusst werden. Die Chance auf eine leitliniengerechte Therapie konnte um den Faktor 6,8 gesteigert werden. 

Auch auf den ambulaten Bereich hat die Telemedizin Wirkung. Hier konnten inkorrekte Antibiotikagaben bei häufig vorkommenden unkomplizierten akuten oberen Atemwegsinfektionen sehr wirksam reduziert werden. Es konnte eine Erhöhung der Chance auf eine leitliniengerechte Behandlung um 34,3 Prozent erreicht werden, heißt es in der Mitteilung. 

Für Marx eignet sich das Projekt als Blaupause. Angesichts der Vorteile müssten Telekonsile nun Teil der Regelversorgung werden. "Der digitale Umbruch in der Versorgung muss jetzt erfolgen", fordert Marx.

Zum Preprint der Studie

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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