Corona-Update vom 29.11.21

Triage wird "nach und nach Realität"

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Triage wird "nach und nach Realität"
© ©Werner Krueper Fotografie

+++ DKG fordert einen Platz im Krisenstab der neuen Regierung +++

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert einen Platz im Corona-Krisenstab der neuen Bundesregierung. Schließlich gehe es vor allem darum, die Kliniken zu entlasten. Die DKG erwartet, dass sie schon ab der ersten Sitzung als Teilnehmer des Krisenstabs benannt wird. „Die Krankenhäuser sind entscheidend, ob und wie wir durch diese Pandemie beziehungsweise. die aktuelle vierte Welle kommen. Ohne die Einbeziehung der Kliniken kann der Krisenstab nicht effektiv arbeiten“, sagt DKG-Chef Dr. Gerald Gaß. In einem ersten Schritt gehe es darum, mögliche Intensivpatientenverlegungen vorzubereiten und die Impfstoff-Logistik zu strukturieren. [Quelle: DKG]

 

+++ Gaß: Laufen in eine Art Katastrophenmedizin hinein +++

Die Triage in Krankenhäusern wird nach Einschätzung von Dr. Gerald Gaß, Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), "nach und nach Realität". Die Möglichkeit, planbare OPs in stark betroffenen Regionen abzusagen, sei noch nicht ausgeschöpft, sagte er heute Morgen im Deutschlandfunk. "Das ist ja ein schleichender Prozess, man beginnt bei den weniger schwerwiegenden Behandlungen, die verschoben werden, und man tastet sich dann immer weiter auch an die medizinisch komplizierteren Fälle heran", so Gaß. Man laufe angesichts der in den nächsten Tagen unweigerlich steigenden Anzahl von Corona-Patienten langsam aber sicher in eine Art Katastrophenmedizin hinein. In besonders betroffenen Ländern müsse es einen sofortigen Lockdown geben. [Quelle: Deutschlandfunk]

 

+++ Kliniken in Baden-Württemberg verschieben Eingriffe +++

Nach Angaben der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) wurden rund 50 Prozent der planbaren Operationen verschoben. Hintergrund ist die hohe Zahl an intensivpflichtigen Covid-Patienten. Das hierfür benötigte Personal fehlt für die Nachsorge von Patienten auf einer Intensivstation nach einer planbaren OP. Zu den planbaren Eingriffen zählen die, die nicht einer sofortigen Behandlung bedürfen, wie Hüft- oder Kniegelenksoperationen. Aber auch die Behandlung von Krebspatienten ist demnach durch die Verschiebung von Operationen inzwischen betroffen. Das Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus verschiebt bereits seit Ende Oktober wieder planbare Eingriffe, inzwischen müssten auch Herz- und Tumoroperationen verschoben werden. Allein auf der Warteliste der Herzchirurgie befänden sich bereits rund 200 Patienten. [Quelle: SZ]

 

+++ Heil für Impfpflicht noch vor Weihnachten +++

Wie der Spiegel berichtet hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) angekündigt, die Impfpflicht für Kliniken und Heime noch vor Weihnachten umzusetzen. "Ich finde es richtig, dass wir in einem ersten Schritt noch vor Weihnachten dafür sorgen, dass es zum Beispiel in Kliniken, in Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen eine Impfverpflichtung gibt", so Heil. Er befürwortet auch eine allgemeine Impfpflicht, die Debatte darüber müsse richtig geführt werden, damit sie rechtssicher und praktisch umsetzbar sei. [Quelle: Spiegel]

 

+++ Erste Verlegungen aus Sachsen +++

Sachsen ist Corona-Hotspot. Am Sonntag lagen acht der zehn Landkreise und die Stadt Chemnitz über der 1.000er Marke bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Auch die Krankenhäuser laufen voll, die Normalstationen sind zu 90 Prozent, die Intensivstationen zu 95 Prozent ausgelastet. Patienten wurden nach Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen verlegt. [Quelle: SZ]

 

+++ Leopoldina für schärfere Maßnahmen +++

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina forderte in einer Stellungnahme verschärfte Corona-Maßnahmen. So soll die Impfkampagne massiv verstärkt werden, indem andere medizinische Berufsgruppen (Apotheker, Pflegekräfte, Zahnärzte) in die Impftätigkeit einbezogen werden. Zudem sollen die Impfzentren mit langen Öffnungszeiten flächendeckend wieder aufgebaut werden. Auch die Einführung der berufsbezogenen Impfpflicht für Ärzte, Pflegekräfte und weitere medizinische Berufe wird gefordert. Die Einführung einer allgemeine Impfpflicht soll unter Berücksichtigung der dafür erforderlichen rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen vorbereitet werden. Im zweiten Punkt spricht sich die Leopoldina für deutliche Kontaktreduktionen aus, entweder durch sofortige Kontaktbeschränkungen in Regionen mit hoher Inzidenz oder durch eine strikte, kontrollierte und sanktionierte 2-G-Regelung. [Quelle: Leopoldina]

Autoren

 Luisa-Maria Hollmig
 Jens Mau

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