Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) setzt im Klinikalltag erstmals auf eine selbst entwickelte KI-Plattform. Wie das Haus mitteilt, soll mit „UKL-GPT“ Künstliche Intelligenz künftig datenschutzkonform und vollständig im klinikinternen Rechenzentrum arbeiten.
Das System unterstützt Beschäftigte in medizinischen und administrativen Bereichen. Es verarbeitet sensible Informationen wie Patientendaten. „Wir wollten die Vorteile moderner generativer KI nutzen, ohne Kompromisse beim Datenschutz einzugehen“, sagt Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL. Er betont: „Mit UKL-GPT etablieren wir ein breit verfügbares, internes Assistenzsystem für alle Berufsgruppen.“
Interne Dokumente schneller finden
Kern des Systems ist eine Suche über rund 8.700 interne Unterlagen, darunter Leitlinien, Standardarbeitsanweisungen und Verwaltungsdokumente. Beschäftigte erhalten damit schneller Zugriff auf relevante Informationen. Ein integrierter Textassistent unterstützt beim Erstellen von E‑Mails, Berichten und Zusammenfassungen. Das System verarbeitet bis zu 140 Sprachen.
Das UKL plant, UKL-GPT schrittweise auszubauen. Die Anbindung weiterer interner Systeme wie SharePoint, Netzlaufwerke oder das digitale Patientenarchiv mit mehr als 20 Millionen Dokumenten ist vorgesehen. Zudem entstehen Anwendungen zur Unterstützung der Anamnese oder zur automatisierten Antragserstellung.
Entwicklung aus Datathon-Projekt
Die Idee für UKL-GPT entstand 2024 in einem internen Datathon. Ein Assistenzarzt initiierte das Projekt. Die Leipziger Firma 4K Analytics setzte die technische Entwicklung um. Nach einer Pilotphase mit mehr als 100 Nutzerinnen und Nutzern startet das System nun in den Regelbetrieb.
„Das System entlastet bei täglichen Aufgaben und schafft so Freiräume für die eigentliche Kernaufgabe: die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten“, sagt Carina Cundius, Abteilungsleiterin Analytics im Bereich IT am UKL.
Sascha Lobo auf dem DRG|FORUM 2026
Am 20. März, um 9.30 Uhr, wird der Publizist, Autor und Digital-Vordenker Sascha Lobo den zweiten Kongresstag eröffnen. Der Titel seines Vortrags lautet: "Die KI-Therapie: Was die digitale Revolution für das Gesundheitswesen bedeutet". Lobo wird über die großen Linien der Tech‑Entwicklung 2026 sprechen und analysieren, welche Chancen sich daraus für das Gesundheitswesen ergeben, das derzeit unter einem hohen Veränderungs- und Kostendruck steht. Zudem wird er schildern, wie das Management diese Umbrüchen in ihren Unternehmen steuert.
Das DRG|FORUM findet am 19. und 20. März im Estrel Convention Center in Berlin statt. Es ist Deutschlands führender Krankenhauskongress für über 2.300 Entscheider aus Klinik, Politik, Wissenschaft und Industrie.
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