Finanzen

Verbund sieht Leistungsfähigkeit der Kliniken bedroht

  • News des Tages
Verbund sieht Leistungsfähigkeit der Kliniken bedroht
© GettyImages/vm

Die Kliniken des 6K Klinikverbunds Schleswig Holstein geraten durch finanzielle Belastungen in Existenznot. Durch die zum 30. Juni ausgelaufenen Ausgleichszahlungen blieben für die Häuser viele Fragen unbeantwortet, vor allem was die Krankenhausfinanzierung angehe.

"Die Belastungen der Covid-19-Pandemie treffen die Kliniken mit voller Wucht. Die Realität im 6 K Klinikverbund sind in diesem Sommer Isolierstationen, die für Patient:innen nach wie vor vorgehalten werden, erweitert um periphere Stationen, die als Infektionsstationen genutzt werden", sagt Roland Ventzke, Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses Kiel und Vorstandsvorsitzender des 6K Klinikverbundes. Elektive Eingriffe, die pandemiebedingt verschoben wurden, führten zu finanziellen Einbußen und Dauerbelastung des Personals. Trotz eindeutiger Problemlage hätte die Regierung weder Hilfsmaßnahmen eingeleitet noch Unterstützung angekündigt, so die Kritik. Der Versorgungsaufschlag solle daher rückwirkend zum 1. Juli bis mindestens März 2023 verlängert werden. Als Inflationsausgleich sei ab 1. September zudem ein Rechnungsaufschlag aufgrund massiver Preissteigerungen notwendig, sagt der Geschäftsführer der Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide, Martin Blümke. 

Ein weiteres Problem sind aus Sicht des Klinkverbundes fehlende Personalressourcen. Der Verbund beklagt eine mangelhafte Krankenhausplanung und das Festhalten an veralteten Strukturen, es gebe keine Anreize, die fehlenden Personalressourcen in Griff zu bekommen. "Einsparungen der Kliniken sind nur auf Kosten von Personal möglich. Dazu kommt, dass für die Patientenversorgung wichtiges Klinikpersonal ineffiziente Dokumentations- und Organisationssturkturen gebunden ist", mahnt Blümke, "wir lieben in einem krankenkassenzentrierten System mit ständiger Misstrauenskultur, Prüfungswahnsinn ohne Nutzen für die Versorgungsqualität unserer Patient:innen". 

Der "dramatische Mix aus strukturellen und finanziellen Problemen" könne zu einer massiven Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der Kliniken führen, warnt Ventzke. Auch die Notfallversorgung sei davon nicht ausgeschlossen. 

Der 6K Klinikverbund verfügt über 4.372 Planbetten und beschäftigt 12.294 Mitarbeitende. Pro Jahr werden 161.226 Patienten stationär und 275.935 Patienten ambulant behandelt. Der Jahresumsatz beträgt 816 Millionen Euro. Dem Verbund gehören folgende Kliniken an: Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster, Imland Kliniken Rendsburg und Eckernförde, Klinikum Bramsted, Klinikum Itehoe, Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide, Städtisches Krankenhaus Kiel.

 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich