Corona-Tagebuch

Von denen, die an der Front arbeiten, ist fast keiner krank

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Von denen, die an der Front arbeiten, ist fast keiner krank

Nachdem wir die erste Welle externer Fragen beantwortet haben, rollt nun eine zweite Welle auf uns zu. Dabei gibt es zwar immer neue Aspekte, teils wiederholen sich die Fragen aber auch, etwa wie sich die Uniklinik auf eine Eskalation der Pandemie vorbereitet. Nervig ist, wenn diese Frage gleich mehrfach aus einer Redaktion kommt – das ist leider kein Einzelfall. Am Wochenende sind die Anfragen bei uns noch einmal durch die Decke geschossen, weil unsere Klinik eine der ersten war, die französische Covid-19-Patienten aufgenommen hat. Allein aus Frankreich kamen da 10 bis 15 Anfragen, und einige Fernsehteams standen direkt vor den Toren der Uniklinik. Unter PR-Gesichtspunkten war die Aufnahme der zwei französischen Patienten für unser Uniklinikum sehr positiv: Viele Bürger haben diese Aktion gelobt, etwa mit dem Hinweis, dass es in diesen Zeiten besonders wichtig wäre, keine Grenzen hochzuziehen, sondern solidarisch zu sein.

Insgesamt sind Sympathie für die Uniklinik und die Hilfsbereitschaft der Bürger groß. Wir haben eine Spendenplattform freigeschaltet, über die in drei Tagen bereits 14.000 Euro eingegangen sind. Es werden aber auch Kuchen für die Belegschaft gebacken und Süßigkeiten geschickt. Allerdings können wir einiges davon aus Hygienegründen nicht annehmen. Die Spendenbereitschaft ist gerade auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen da, und wir nehmen an, was wir können.

Anders ist das bei großen Konzernen. Die benutzen die Spende aus meiner Sicht vor allem als Marketinginstrument. Wir hatten Angebote für Energydrinks, Beautyprodukte oder Brillen – alles Dinge, die in keinem direkten Zusammenhang mit der Krise stehen. In der Regel verlangen die Unternehmen dann auch ein Foto für ihre Social-Media-Kanäle.

Intern wächst auch bei den Angehörigen unserer Mitarbeiter die Sorge, dass sich Klinikmitarbeiter anstecken könnten. Wir haben mittlerweile schon zwei Videos mit unserem leitenden Ärztlichen Direktor produziert, in dem er auch auf die Ängste und Emotionen der Mitarbeiter eingeht. Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens unser Krankenstand. Der ist insgesamt zwar etwas höher als gewöhnlich, in den Stationen, die mit Covid-19-Patienten zu tun haben, ist er allerdings deutlich unter dem Normalschnitt. Sprich: Von denen, die an der Front arbeiten, ist fast keiner krank.

Autor

 Benjamin Waschow

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