MDK-Begutachtung

Zahl der Behandlungsfehler leicht gestiegen

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Zahl der Behandlungsfehler leicht gestiegen
© ©Werner Krueper Fotografie

Die Zahl der vom MDK bestätigten Behandlungsfehler ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Von 14.553 Gutachten wurde in jedem vierten Fall (3.688) ein Fehler nachgewiesen, in jedem fünften Fall bestätigte der MDK, dass der Fehler den erlittenen Schaden auch verursacht habe. Für das Jahr 2018 wurden 14.133 Gutachten erstellt, von denen in 3.497 Fällen ein Fehler bestätigt wurde

Die meisten Vorwürfe wurden - unverändert zu den Vorjahren - in den operativen Fächern Orthopädie und Unfallchirurgie (4.665) und Allgemeinchirurgie erhoben. Rückschlüsse auf die Sicherheit der jeweiligen Bereiche seien daraus nicht möglich, so Dr. Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des MDS, "es ist vielmehr so, dass Patienten in diesen Fächern mögliche Fehler leichter erkennen können als in anderen". Weder die Anzahl der festgestellten Behandlungsfehler noch die Verteilung auf bestimmte medizinische Fachgebiete sei repräsentativ für das Versorgungsgeschehen. Weitestgehend unverändert bleiben die Ergebnisse zu den Fehlerarten. Der Großteil der festgestellten Fehler besteht darin, dass eine indizierte Maßnahme nicht (38,3%) oder fehlerhaft (42,2%) durchgeführt wurde. 

"Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen", erklärt Dr. Ruth Hecker (Aktionsbündnis Patientensicherheit, APS) in einem Pressestatement, "In der Regel sind Fehler und Fehler mit Schadensereignissen Folge von systemisch-organisatorischen Defiziten, die diese verursachen oder zumindest zulassen. Sehr selten liegen diese Fehler an mangelender medizinischer Fachlichkeit", so Hecker. Es sei wichtig, aus den Fehlern und deren Ursachen zu lernen. Auch der Austausch untereinander sei wichtig, doch die Datenlage zu unerwünschten vermeidbaren Ereignissen in der Gesundheitsversorgung sei immer noch zu dünn. 

Herausforderung durch Corona-Krise

Durch die Pandemie ist das Gesundheitssystem einem erheblichen Stresstest ausgesetzt. Aus den Erfahrungen werde deutlich, dass die Fokussierung auf das Infektionsgeschehen die Patientensicherheit auch auf andere Weise gefährden könne. "Die Verzögerung der Behandlung von Patienten mit anderen Erkrankungen hat ebenfalls negative Auswirkungen und kann Leiden und Gesundheitsschäden verursachen", erklärt Prof. Dr. Astrid Zobel, leitende Ärztin beim MDK Bayern. Der Schaden kann entstehen, wenn Krebstherapien verschoben, Schlaganfälle, Herzinfarkte oder seelische Leiden zu spät behandelt werden. Trotz der Herausforderungen durch die Pandemie sollten alle Patienten zeitgerecht medizinisch versorgt werden, heißt es weiter.

Unsere aktuelle Podcast-Folge zum Thema Patientensicherheit:

 

Autor

 Luisa-Maria Hollmig

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