Klinikneubau

Zentralklinik Friesland: Gutachten empfiehlt Standort bei Sande

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Zentralklinik Friesland: Gutachten empfiehlt Standort bei Sande
Die geplante Zentralklinik von Landkreis Friesland und Stadt Wilhelmshaven soll nach Empfehlung eines Gutachtens am Wilhelmshavener Kreuz Ost in Sande entstehen. © Getty Images | OsakaWayne Studios

Die geplante Zentralklinik von Landkreis Friesland und Stadt Wilhelmshaven soll nach Empfehlung eines Gutachtens am Wilhelmshavener Kreuz Ost in Sande entstehen. Ausschlaggebend waren vor allem die gute Erreichbarkeit, Entwicklungsmöglichkeiten und günstige Rahmenbedingungen für den Krankenhausneubau.

Für die geplante gemeinsame Zentralklinik von Landkreis Friesland und Stadt Wilhelmshaven empfiehlt ein Standortgutachten die Fläche „Wilhelmshavener Kreuz Ost“ in der Gemeinde Sande. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung beider Kommunen hervor. Das Gutachterbüro EY Real Estate bewertete sechs mögliche Standorte und sieht die Fläche am Wilhelmshavener Kreuz als insgesamt beste Lösung für den Klinikneubau.

Der Standort erreichte im Vergleich aller untersuchten Flächen 173,79 von 200 möglichen Punkten und belegte damit den ersten Rang. Auf Platz zwei folgt die Fläche an der Hooksieler Landstraße in Wilhelmshaven mit 166,23 Punkten. Das bestehende Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch landete mit 34,8 Punkten auf dem letzten Platz.

Die Gutachter untersuchten vier Neubauflächen sowie die beiden bestehenden Krankenhausstandorte in Sanderbusch und Wilhelmshaven. In die Bewertung flossen die Kriterien Standorteignung und Wirtschaftlichkeit mit gleicher Gewichtung ein. Berücksichtigt wurden unter anderem Erreichbarkeit, Erweiterungsmöglichkeiten, Umweltaspekte, Verkehrsanbindung sowie Investitions- und Erschließungskosten.

Gute Erreichbarkeit gibt Ausschlag

Besonders stark schnitt der empfohlene Standort bei der Erreichbarkeit ab. Nach Berechnungen des Gutachters können 72,5 Prozent der Bevölkerung in Friesland und Wilhelmshaven den Standort innerhalb von 15 Minuten erreichen. Damit erzielte die Fläche den höchsten Wert aller untersuchten Standorte. Innerhalb von 30 Minuten wäre der Standort für die gesamte Bevölkerung des Festlands erreichbar.

Auch bei der Zusammenarbeit mit regionalen Versorgungspartnern sowie bei Natur- und Artenschutz erreichte der Standort Spitzenwerte. Die Gutachter verweisen zudem auf die Nähe zur Autobahn A29 und auf die weitgehend im Eigentum des Landes Niedersachsen befindlichen Flächen. Dadurch könnten Grunderwerb und Projektentwicklung erleichtert werden.

Bestandsstandort wirtschaftlich am günstigsten

In der reinen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erzielte dagegen das Klinikum Wilhelmshaven den besten Wert. Dort errechneten die Gutachter einen Investitionsbedarf von rund 164 Millionen Euro nach Förderung. Am Standort Wilhelmshavener Kreuz Ost läge dieser Wert bei rund 166 Millionen Euro. Trotz dieses leichten Kostenvorteils fiel die Gesamtbewertung zugunsten des Neubauareals aus, weil es bei den Qualitätskriterien deutlich besser abschnitt.

Für den Neubau am Wilhelmshavener Kreuz Ost kalkuliert das Gutachten Investitionskosten von rund 742 Millionen Euro. Nach Abzug angenommener Fördermittel verbliebe ein Eigenanteil von 165,7 Millionen Euro.

Politik entscheidet kommende Woche

Die Gutachter empfehlen, die Planungen für den Standort Wilhelmshavener Kreuz Ost weiterzuverfolgen und Gespräche mit dem Land Niedersachsen über den Flächenerwerb aufzunehmen. Zugleich weisen sie auf offene Fragen hin. Dazu zählen Untersuchungen zum Baugrund, zu einer Gas-Hochdruckleitung auf dem Gelände sowie zur künftigen Energieversorgung.

Über den Standort der Zentralklinik entscheiden nun die politischen Gremien. Die Beratungen beginnen am 7. September in den zuständigen Ausschüssen von Landkreis Friesland und Stadt Wilhelmshaven. Die endgültigen Beschlüsse sollen am 9. September fallen.

Die Pläne für die Zentralklinik gehen auf eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2025 zurück. Die Gutachter empfahlen, die Krankenhäuser in Friesland und Wilhelmshaven an einem gemeinsamen Standort zusammenzuführen. Sie versprachen sich davon eine wirtschaftlichere Betriebsführung und Einsparungen von mehr als 30 Millionen Euro jährlich. Zugleich stand das Klinikum Wilhelmshaven in den vergangenen Jahren unter erheblichem finanziellem Druck und erhielt wiederholt kommunale Finanzhilfen in Millionenhöhe.

Autor

 Christina Spies

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