Pflegeprämie

Zwischen Gießkanne und Stufenmodell

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Zwischen Gießkanne und Stufenmodell
© GettyImages/bob_bosewell

Die Pflegeprämie sollte die Schwerstarbeit vieler Pflegekräfte würdigen. Herausgekommen sind sehr unterschiedliche Modelle – und ein gewisses Maß an Unzufriedenheit. Wir haben bei Kliniken und Betriebsräten nachgehakt.

Anfang November vergangenen Jahres stand fest, welche Kliniken ihren Mitarbeitern eine Pflegeprämie zahlen dürfen – allerdings war das Geld knapp bemessen. Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat die dafür vorgesehenen 100 Millionen Euro auf 433 Kliniken verteilt, die zwischen Januar und Mai besonders durch Corona belastet waren. In der Folge mussten die Klinikleitungen innerhalb eines Monats entscheiden, welche Klinikmitarbeiter wie viel Geld bekommen.

Für einen Bonus von 1.000 oder mehr Euro hat es bei den meisten Kliniken nicht gereicht. Entweder haben die Kliniken das Gießkannenprinzip gewählt und verhältnismäßig vielen Mitarbeitern wenig gegeben, oder sie haben sich für ein Stufenmodell entschieden und Mitarbeitern, die stark gefordert waren, haben mehr erhalten. So zahlte etwa das Berliner Klinikunternehmen Vivantes zwei Drittenl der Belegschaft (insgeamt 13.000 Mitarbeiter) 276 Euro, während die Uniklinik Freiburg einem Drittel seiner Beschäftigten zwischen 200 und 1.500 Euro auszahlte. In Freiburg wiederum verdoppelte die Landesregierung die Prämienzahlung – in Berlin und vielen anderen Bundesländern gab es keinen Zuschuss.

In der aktuellen f&w-Februarausgabe haben wir die Prämienvergabe mehrerer Kliniken dokumentiert und lassen auch die Mitarbeiter zu Wort kommen. So viel vorab: Das Ziel dieser Prämie, die Schwerstarbeit der Pflegekräfte zu honorieren und Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, hat der Bonus nur ansatzweise erreicht. 

Nun hat Gesundheitsminister Jens Spahn bereits eine weitere Prämie für die zweite Welle in Aussicht gestellt. Das ist folgerichtig, schließlich bezieht sich die im Dezember ausgezahlte Prämie nur auf die Belastungen zwischen Januar und Mai 2020. Begeisterung kommt da vor allem bei Betriebsräten nicht auf. „Solche Einmalzahlungen helfen nicht dabei, den Pflegeberuf attraktiv zu machen. Besser wäre, man steckt dieses Geld in Investitionen der Krankenhäuser, mit denen man die Personalsituation und die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern kann“, erklärt etwa Mario Kunze vom Vivantes-Betriebsrat und auch Verdi-Sprecherin Astrid Sauermann resümiert: „Das wäre vergebene Liebesmüh. Besser wäre eine generelle Aufwertung.“ 

Den gesamten Artikel, in dem die Prämienausschüttung mehrere Klinikkolosse, aber auch einer privaten und einer christlichen Klinik dokumentiert sind, lesen Sie in der f&w.

Autor

 Jens Mau

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