Bald soll das Klinikum Itzehoe keine roten Zahlen mehr schreiben. Dafür setzt Krankenhausdirektorin Hannah Maria Werner auf Wachstum, bessere Patientensteuerung – und Tempo bei der neuen Krankenhausplanung in Schleswig-Holstein.
Frau Werner, wir führen dieses Gespräch am 12. Juni. Heute gehen zahlreiche Beschäftigte gegen das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auf die Straße, viele Kliniken schließen symbolisch die Türen. Kommen Sie gerade auch von einer Protestveranstaltung?
Nein – denn wie es der Zufall will, feiern wir ausgerechnet in dieser Woche unser seit Langem geplantes 50-jähriges Jubiläum. Deshalb beteiligen wir uns in dieser Woche nicht an den Protestaktionen – auch wenn wir die Position der Krankenhausverbände ausdrücklich unterstützen.
Das Klinikum Itzehoe hat viele Jahre rote Zahlen geschrieben. Wie geht es Ihrem Haus im Jubiläumsjahr?
Wir haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem operativen Defizit von sieben Millionen Euro abgeschlossen. Das spiegelt einerseits die wirtschaftliche Lage vieler Kliniken in Deutschland wider. Andererseits bin ich auch stolz darauf: Seit ich das Haus zum Jahreswechsel 2023/24 übernommen habe, konnten wir das Defizit um mehr als 60 Prozent senken. Auch wenn mich das aktuelle Ergebnis noch nicht zufriedenstellt, sind wir auf dem richtigen Weg. Unser Ziel ist es, das Ergebnis im Geschäftsjahr 2026 weiter in Richtung der schwarzen Null zu entwickeln. Leichter wird dieser Weg durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz allerdings nicht!
An welchen Stellschrauben haben Sie gedreht, um das Ergebnis zu verbessern?
Wir haben die wirtschaftliche Lage im Labor deutlich verbessert, etwa bei Laborprofilen und kostenintensiven PCR-Testungen. Außerdem haben wir die Verweildauer konsequent gesteuert, hier messen wir uns und erreichen den Verweildauerdurchschnitt des InEK. Wir haben alle Personalbudgets neu aufgesetzt und deren Einhaltung eng kontrolliert. Zugleich haben wir den Einsatz von Fremdpersonal in den vergangenen zwei Jahren deutlich reduziert. Das betrifft sowohl den pflegerischen als auch den ärztlichen Bereich und entlastet uns in Millionenhöhe, auch wenn wir in einzelnen Bereichen weiter darauf angewiesen sind. In den vergangenen zwei Jahren haben wir zudem an unseren internen Prozessen gearbeitet – etwa im Belegungsmanagement, in der Organisationsstruktur, in der Zentralen Notaufnahme und bei der Aufnahmebereitschaft für Rettungswagen. Diese Veränderungen haben die Grundlage für die positive Leistungsentwicklung im stationären und hybriden Bereich geschaffen. Im ersten Quartal 2026 lagen wir rund fünf Prozent über dem Vorjahresniveau. Diesen Trend wollen wir im weiteren Jahresverlauf stabil halten.
In welchen Bereichen konnten Sie besonders zulegen?
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Klinikum Itzehoe
Das Klinikum Itzehoe ist ein vom Kreis Steinburg und der Stadt Itzehoe getragener Schwerpunktversorger und akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Kiel, Lübeck und Hamburg. Es verfügt über rund 690 Betten und bietet eine umfassende stationäre, teilstationäre und ambulante Versorgung. Jährlich werden rund 32.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. 2025 betrug der Case Mix Index 0,836.