Apothekerverbände wegen Verdachts auf Boykottaufruf durchsucht

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  • 01.03.2007
Ausgabe 3/2007

Gesundheits Wirtschaft

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Schweres Geschütz hat das Bundeskartellamt gegen fünf Landesapothekerverbände aufgefahren: Die Wettbewerbshüter ließen die Geschäftsstellen der Verbände Baden-Württemberg, Nordrhein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Thüringen wegen des Verdachts auf einen Boykottaufruf gegen den Pharmagroßhändler Gehe durchsuchen. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Übernahme der Internetapotheke DocMorris durch den Gehe-Mutterkonzern Celesio. Den Durchsuchungen sollen Anzeigen zweier Gehe-Niederlassungen vorangegangen sein.

Im Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Bonn heißt es zur Begründung der Aktion wörtlich: „Nach Informationen des Bundeskartellamts besteht der Verdacht, dass verschiedene Landesapothekerverbände ihre Mitglieder zu einer Bezugssperre gegenüber Celesio/Gehe aufgefordert haben, um dem Konzern Umsatzeinbußen zuzufügen, die ihn dazu veranlassen sollen, von dem Erwerb von DocMorris wieder Abstand zu nehmen.“

Celesio erhofft sich durch die DocMorris-Übernahme den Aufbau einer eigenen Apothekenkette – sobald die EU hierfür die rechtliche Grundlage schafft. Damit würde der Konzern zum direkten Konkurrenten auf dem Apothekenmarkt werden. Seit dem Kauf von Doc-Morris sind viele der zuvor von Gehe belieferten Apotheken zu anderen Großhändlern gewechselt.

Die von der Durchsuchungsaktion betroffenen Landesapothekerverbände und die Bundesvereinigung der Apothekerverbände (ABDA) wiesen die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher des Verbandes Nordrhein erklärte, im Verlauf des Verfahrens werde sich „die Haltlosigkeit des Verdachtes“ herausstellen. Aus dem Verband Mecklenburg-Vorpommern hieß es, es sei Aufgabe der Verbände, die Mitglieder über Trends und Marktentwicklungen zu informieren. „Dies sei jedoch kein Boykottaufruf“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Dr. Heinz Weiß, in der „Pharmazeutischen Zeitung“.

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