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Gutachten

Sachverständigenrat empfiehlt neues Krankenhausentgeltsystem

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Der Sachverständigenrat Gesundheit (SVG) empfiehlt zur Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung den Übergang zu einer „differenzierten Monistik“. Dies könne durch die Verteilung der Investitionsmittel im Rahmen selektiver Einzelversorgungsverträge zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern umgesetzt werden, sagte SVG-Mitglied Jonas Schreyögg auf dem Symposium des Sachverständigenrats anlässlich der Präsentation des Gutachtens zur bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung gestern in Berlin. Zusätzlicher Finanzierungsbedarf von gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) könnte mit Steuermitteln von Bund und Ländern sowie aus Versichertenbeiträgen gedeckt werden. 

Bei der Betriebskostenfinanzierung empfiehlt der Sachverständigenrat ein Update der Versorgungsstufen im DRG-System, zum Beispiel mit Multiplikatoren auf Relativgewichten. Pauschale Vergütungselemente könnten weiterhin durch die gezielte Berücksichtigung der Besonderheiten in der Versorgungslandschaft gestärkt werden. Der SVG sieht die Sicherung der Indikationspflicht als wichtig, Zweitmeinungsverfahren bei ausgewählten Indikationen seien obligatorisch. Zudem spricht er sich für einen bundeseinheitlichen Basisfallwert aus mit einem Preisindex aus einem repräsentativen krankenhausspezifischen Warenkorb sowie Regionalisierungsfaktoren. Weiterhin sei eine einheitliche Vergütung für ambulante Operationen sinnvoll mit gleicher Vergütung für definierte ambulante Leistungen im Krankenhaus oder im vertragsärztlichen Bereich.

„Die Inanspruchnahme der Leistungen ist in den Jahren 2007 bis 2016 um 13,4 Prozent gestiegen. Verglichen mit anderen OECD-Ländern ist das auffällig, da die Zahlen dort rückläufig sind“, kommentierte Schreyögg den Status Quo der Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen. Er begründete die Empfehlung des SVR zur Erneuerung des Krankenhausentgeltssystems damit, dass sowohl die vorhandenen Mittel der Länder als auch die eigenen Mittel der Krankenhäuser nicht ausreichen würden. Speziell die Investitionsförderung sei ein wunder Punkt, da die Investitionsquote der Krankenhäuser von 3,4 Prozent verglichen mit der gesamten deutschen Volkswirtschaft deutlichen unter deren Quote von 19,4 Prozent liege. Die Betriebskostenfinanzierung sei laut Schreyögg ein unübersichtliches und komplexes Vergütungssystem, speziell bei regionalen Unterschieden. Der Landesbasisfallwert decke nicht den Bedarf der Krankenhäuser in ganz Deutschland ab. 

"Sowohl die DKG als auch die Landeskrankenhausgesellschaften sind bereit an dem Gestaltungsprozess teilzunehmen", sagte Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). "Wir sehen die Notwendigkeit des Strukturwandels vor allem im stationären Bereich, auch wenn sich Krankenhausstandorte dadurch verändern können." Gaß fordert von der Politik eine klare Aussage, welche Aufgaben Krankenhäuser in Zukunft übernehmen sollten, da sich die Krankenhäuser derzeit „zwischen zwei Stühlen“ befänden — zwischen den Entscheidungen von Bund und Ländern. 

Autor

 Philipp Schwehm

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