Leadership Summit der AHA

Obamacare bleibt, US-Krankenhäuser atmen auf

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Amerikas Krankenhäuser können aufatmen - vorerst. Nachdem die Republikaner im US-Senat am vergangenen Freitag abermals mit einem Anlauf gescheitert sind, die Krankenversicherung umzubauen, scheint bis auf Weiteres die Finanzierung einer erheblichen Patientengruppe gesichert. Die Republikaner bekamen keine Mehrheit für einen Vorschlag, der „Obamacare“ in weiten Teilen rückabgewickelt hätte. Insbesondere Menschen mit niedrigem Einkommen hätten ihren Versicherungsschutz verloren. Die Abstimmung im Senat fiel mit 51 zu 49 Stimmen denkbar knapp aus. Ausschlaggebend war, dass die drei Republikaner John McCain, Lisa Murkowski und Susan Collins gegen den Vorschlag ihrer Partei stimmten. Damit bleibt eines der großen Wahlkampfversprechen von US-Präsident Donald Trump weiterhin uneingelöst. 

Entsprechend groß war die Erleichterung auf dem führenden US-Krankenhauskongress, der in San Diego zeitgleich mit der Senatsabstimmung stattfand und dem die Redaktion von BibliomedManager und f&w beiwohnte: Kurz nach Bekanntgabe des Votums meldete sich Tom Nickels, Vizepräsident der American Hospital Association (AHA), live per Telefonschaltung aus Washington. Als Nickels die Namen der Senatoren McCain, Murkowski und Collins nannte, brandete spontan Szenenapplaus auf. „Unsere Stimmen wurden gehört“, setzte Nickels unter tosendem Beifall fort. Die gefährdeten Einnahmen aus Obamacare machen in einigen Einrichtungen bis zu einem Viertel des jährlichen Umsatzes aus. 

24 Stunden vor dem Votum hatte AHA-Präsident Rick Pollack noch in seiner Eröffnungsansprache an die 1.600 Teilnehmer des Kongresses appelliert, weiterhin alle Einflussmöglichkeiten zu nutzen, um den Interessen der Patienten und Leistungserbringer Gehör zu verschaffen. „Die Regierung marschiert in die falsche Richtung. Das müssen wir stoppen“, so Pollack zur Kongresseröffnung. 

Für den AHA-Präsidenten ist die Abschaffung von Obamacare jedoch auch mit dem jüngsten Senatsvotum noch nicht zu den Akten gelegt. Für große Gesundheitsreformen habe es immer einen parteiübergreifenden Konsens gegeben, sagte Pollack. „Aber Obamacare stammt nur von den Demokraten, und die Abschaffung wird von den Republikanern betrieben.“ Für eine dauerhafte Regelung benötigten die USA eine Zwei-Parteien-Lösung.

Den Leadership Summit der AHA besuchte der Bibliomed-Verlag im Rahmen der Entscheiderreise 2017, um Bande zu knüpfen zum jährlichen Pendant des hiesigen Nationalen DRG-Forums, das im kommenden Jahr (15./16. März 2018) den Erfahrungsaustausch mit ausländischen Experten vertiefen wird. Zum Programm der Entscheiderreise gehörten neben dem Besuch des AHA-Kongresses auch Besuche in führenden kalifornischen Kliniken. f&w wird in den nächsten Ausgaben ausführlicher berichten.

Autor

 Stefan Deges

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