Neuer Versorgungssektor

71 ASV-Teams am Start

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Der neue Versorgungssektor der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) kommt nur langsam voran. Das zeigt der jährliche obligatorische Bericht der Selbstverwaltung an das Bundesgesundheitsministerium (BMG), der BibliomedManager vorliegt. Demnach gibt es Stand Mai 2017 bundesweit insgesamt 71 ASV‐Teams: 24 Teams für den Bereich Tuberkulose und atypische Mykobakteriose (TBC), 45 für den Bereich Gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle (GIT) und seit dem vierten Quartal 2016 beziehungsweise dem ersten Quartal 2017 jeweils ein ASV‐Team für pulmonale Hypertonie und gynäkologische Tumoren. „Es gibt derzeit noch keine ASV‐Teams für die bereits in Kraft getretenen ASV‐Indikationen Marfan‐Syndrom und Mukoviszidose“, heißt es in dem Bericht.

Die Anzahl der Teams ist laut Bericht regional sehr verschieden. Vier KV‐Bezirke wiesen bisher noch kein einziges ASV‐Team auf (Bremen, Mecklenburg‐Vorpommern, Saarland, Thüringen). Baden‐Württemberg und Westfalen‐Lippe stellten mit jeweils 14 Teams zusammen etwa 40 Prozent aller ASV‐Teams. „Aufgrund des Kooperationsgebots bestehen alle GIT‐Teams aus Vertragsärzten und Krankenhausärzten, während dies für die TBC‐Teams zu circa 60 Prozent zutrifft“, heißt es in dem Bericht. Die Größe der Kernteams unterscheide sich stark. Die Kernteams bestünden im Median aus fünf Ärzten (TBC) beziehungsweis zwölf Ärzten (GIT). Von den bundesweit 2.301 an die ASV‐Servicestelle gemeldeten Ärzten (inklusive der Teams für pulmonale Hypertonie und gynäkologische Tumoren) versorgten 431 Ärzte TBC‐Patienten und 1.816 behandelten GIT‐Patienten.

Bisher gibt es für folgende Erkrankungen die Möglichkeit zu der Behandlung in der ASV: TBC, GIT, Gynäkologische Tumore, Pulmonale Hypertonie, Marfan‐Syndrom und Mukoviszidose. Die Anlage zur Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), deren Verabschiedung im G-BA-Plenum Voraussetzung für den Start eines Leistungsbereich ist, ist für den Bereich rheumatologische Erkrankungen bisher nur als Teilbeschluss (ohne Appendix) in Kraft getreten. Für die onkologischen Erkrankungen besteht dem Report zufolge ein Kooperationsgebot zwischen vertragsärztlichem und stationärem Sektor.

Die Parteien der Selbstverwaltung – Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV), Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)  ziehen ein nüchternes Fazit in ihrem Bericht an das BMG: „Die derzeitige Anzahl der ASV‐Teams und der in der ASV behandelten Patienten ist vergleichsweise gering. Da eine längere Anlaufphase absehbar ist, kann mit den vorliegenden Daten noch keine Einschätzung zur Bedeutung der ASV für die Versorgung und zu den Auswirkungen auf die Kostenträger und ASV‐berechtigten Ärzte und Krankenhäuser vorgenommen werden.“

Autor

Dr. Stephan Balling

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