Aktionsstreik am Universitätsklinikum

Charité: Verdi konterkariert Bemühungen um mehr Personal

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Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat den heutigen Streik von Verdi scharf kritisiert. Rund 200 Beschäftigte hatten sich heute an der Aktion in Berlin beteiligt, bei der die Gewerkschaft für verbindlichere Regeln im Falle von Unterbesetzungen protestiert hatte. „Aus Sicht des Vorstands der Charité ist dies kein konstruktiver Weg, um die im Tarifvertrag von 2016 gemeinsam definierten Ziele zwischen ver.di und der Charité zu erreichen“, teilte der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, mit. Die Charité habe mit ihrem Tarifvertrag vor zwei Jahren bundesweit „einmalige Maßstäbe“ für eine bessere Pflege an Krankenhäusern gesetzt. Verdi habe diesen Vertrag jedoch „leichtfertig“ Ende Juni auslaufen lassen.

„Wir teilen uneingeschränkt die Auffassung, dass es mehr Pflegepersonal im Krankenhaus geben muss“, betonte Frei. Angesichtes des Fachkräftemangels in der Krankenhauspflege sei es jedoch noch nicht gelungen, alle von der Charité budgetierten Stellen zu besetzen. Das Universitätsklinikum habe auch international Beschäftigte angeworben und bereits mehr als 250 zusätzliche Pflegekräfte eingestellt. Weitere sollten folgen. Mit dem Streik konterkariere Verdi somit die Bemühungen der Charité um mehr Personal.

Die Charité und Verdi verhandeln seit Anfang Juli über einen neuen Tarifvertrag Gesundheitsschutz. Der Ende Juni ausgelaufene Tarifvertrag regelt die personelle Besetzung auf Stationen. Nach Auffassung der Gewerkschaft trifft die Charité bei Unterbesetzungen keine ausreichenden Maßnahmen zur Entlastung der Beschäftigten.

Die Charité hat Verdi angeboten, den Tarifvertrag wieder in Kraft zu setzen. Die Gewerkschaft lehnt das jedoch ab. „Wir brauchen verbindlichere Regeln“, sagte Verhandlungsführer Kunkel gegenüber BibliomedManager. Die Gewerkschaft dringe nun darauf, im Tarifvertrag klarer festzuhalten, wie die Charité bei Unterbesetzung reagieren muss. Die Verhandlungen sollen am Donnerstag fortgesetzt werden.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisierte unterdessen, dass Verdi bundesweit Krankenhäuser unter Druck setze und zu Verhandlungen über Personalbesetzungen auffordere. Die Koalition habe mit der jüngsten Gesetzgebung Personalbesetzungen in pflegesensitiven Bereichen der Qualitätssicherung zugeordnet. Damit habe sie deutlich gemacht, dass Personalbesetzung nicht Angelegenheit der Tarifpartner seien. „ver.di hat in der Expertenrunde der Koalition zur Vorbereitung dieser Gesetzgebung mitgewirkt und sich ebenfalls zur Zuständigkeit des Gesetzgebers und der Selbstverwaltungspartner in Personalbesetzungsfragen bekannt“, erklärte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Die DKG sei bereits in die Beratungen mit dem GKV-Spitzenverband zur Vorbereitung von Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen eingetreten. Auch die Gewerkschaften seien beteiligt. „Das ist der geordnete Weg. Die DKG fordert ver.di auf, diesen konstruktiv mitzugehen und nicht durch wilde Aktionen zu erschweren“, so Baum

Autor

 Hendrik Bensch

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