Vordenkerreise 2020

Israel: Geht nicht? Gibt's nicht!

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Israel: Geht nicht? Gibt's nicht!

600 Ideen landen jährlich auf dem Tisch von Steve Rhodes. „Nur ein Prozent kommt durch“, sagt der CFO der Trendlines-Group. Trendlines ist einer von 18 staatlich lizensierten Inkubatoren in Israel. Dass diese bei kreativen Köpfen gefragt sind, hat gute Gründe, denn der israelische Staat macht mit den Start-ups einen Deal: Die öffentliche Hand schießt bis zu 740.000 Dollar zu, während der Inkubator etwa 130.000 Dollar investiert. Jedes Projekt ich risikoreich, aber wenn das Unternehmen Erfolg hat, erhält der Staat seinen Zuschuss mit Zinsen zurück.

In Israel macht sich eine vorausschauende Innovationspolitik ebenso bezahlt wie die konsequente Verzahnung von militärischer und ziviler Forschung. „Die Innovationskultur und Start-up-Szene ist sehr beeindruckend“, fasst Eckard Zimmer, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Düsseldorf, seine Eindrücke von der Vordenkerreise 2020 nach Israel zusammen, die der Bibliomed-Verlag für 21 Führungskräfte aus der Gesundheitswirtschaft organisiert hat. „Wie der Staat in der Startphase unterstützt, ist vorbildlich – ebenso die Unternehmerkultur, die man hier aufgebaut hat", so Zimmer.

Kaum eine Firma von Rang und Namen lässt das kleine Land heute außen vor. Allein eine Milliarde US-Dollar ließ sich im Herbst Baring Private Equity Asia den Erwerb der Medtech-Firma Lumenis kosten. Medtronic zahlte ein Jahr zuvor 1,7 Milliarden für Mazor Robotics, das roboterassestierte OP-Technik entwickelt.

Daten für Forschung und Unternehmen

Während Deutschland noch um die Details der elektronischen Patientenakte ringt, ist diese in Israel bereits seit einem Vierteljahrhundert etabliert. Alle vier Health Maintenance Organizations (HMOs), die Krankenversicherer, arbeiten damit und nutzen diese bereits ausgiebig für Datenanalysen und Patientenansprache. Inzwischen werden die ePA - mit Zustimmung der Patienten - sogar mit Inofrmationen aus Biobanken verknüpft. „Der Umgang mit Daten ist hier ein komplett anderer“, sagt Dr. Axel Paeger, CEO der AMEOS-Klinika. „Diese Strukturen können es Israel ermöglichen, bei der Personalisierten Medizin eine führende Rolle einzunehmen.“

Kliniken am Limit

Als Rahmensetzer für Forschung, Entwicklung und Wirtschaft weiß der israelische Staat zu überzeugen. Problematischer hingegen ist seine Rolle im eigenen Medizinbetrieb. Zwar zeigt das israelische Gesundheitssystem im internationalen Vergleich gute Ergebnisse. Aber: „Die allgemeine Versorgung in Israel befindet sich momentan auf dem Niveau eines Drittweltlandes“, sagt Alroi-Arloser, Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Außenhandelskammer in Tel Aviv. Der Druck sei groß, die Arbeitsbedingungen seien schlecht, mit einem Platz auf dem Flur sei man bisweilen gut bedient. Offiziell melden Großkrankenhäuser knapp unter 100 Prozent Auslastung.

Die wichtigsten Erkenntnisse und eine Übersicht zu allen Artikeln rund um die Israel-Reise finden Sie auf der Themenseite Israel.

Autor

 Florian Albert

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