Orientierungswert

Ein Plädoyer für die (Gesundheits-)Ökonomie

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Ein Plädoyer für die (Gesundheits-)Ökonomie
Andreas Beivers
Wir erleben schwierige Zeiten. Alle im Gesundheitswesen Tätigen versuchen derzeit nach Kräften alles zu geben, um die Krise – soweit das möglich ist – abzuwenden und die Betroffenen zu versorgen. Dies zollt höchsten Respekt. Gerade jetzt wird oft über die „Ökonomie“ im Gesundheitswesen auf der einen, und im konjunkturellen, volkswirtschaftlichen Zusammenhang auf der anderen Seite diskutiert.

Ein Blick zurück: Die (klassischen) Wirtschaftswissenschaften wurden unter anderen von den Universalgelehrten Adam Smith, David Ricardo und Thomas Malthus gegründet. Von Letzterem stammt auch die Theorie der „Malthusianische Katastrophe“, die sich unter anderem intensiv mit den Auswirkungen von Seuchen auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Volkswirtschaften beschäftigt. Auch der Ökonom David Ricardo nahm das Thema auf und publizierte 1820 ein wichtiges Werk namens „Notes on Malthus“. Dies zeigt: Dergleichen Phänomene sind der Ökonomie nicht unbekannt, nur waren sie uns scheinbar die letzten Jahre fern. Doch zählt gerade nun das Primat der Ökonomie mehr denn je: Mit knappen Mitteln das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. 

Das könnte nicht passender auf die derzeitige Situation im Gesundheitswesen passen. Wir müssen mit aller Kraft versuchen, die Ressourcen so zu bündeln, dass wir für unsere Bevölkerung das beste Ergebnis erzielen. Das heißt: Zielgerichteter und schonender Einsatz der (Personal-)Kapazitäten sowie eine effiziente Steuerung der Patienten. Am 19. März beschäftigte sich das Webinar „Ambulantisierung“ im Rahmen des virtuellen DRG-Forums 2020 mit der Frage, was die „richtigen“ Versorgungsstrukturen sind und wie wir die Patienten am besten versorgen. Konsens war: Krankenhäuser haben hier eine zentrale Rolle und „ambulante Behandlung“ am und im Krankenhaus ist medizinisch-pflegerisch viel mehr als das, was landläufig unter dem nicht näher definierten Begriff „ambulant“ so vermutetet wird. Auch ohne Übernachtung findet hier eine hoch komplexe Triagierung und Diagnose statt. Gerade in diesen Zeiten wird das deutlicher denn je. Daher müssen diese Aufgaben adäquat zu vergütet werden. Die ökonomischen Anreize der Patientenbehandlung dürfen sich alleine an der medizinisch-pflegerischen Leistung, und nicht am Faktor „Bett“ orientieren und müssen den Aufwand adäquat abdecken. Hier ist noch einiges zu tun.
In diesem Sinn: Ein effizienter und schonender Einsatz der Ressourcen ist gebotener denn je, denn wir brauchen alle Kräfte, damit wir die Krise lösen können. Das zeigt: Die Ökonomie hat eine wichtige, gute und wohlfahrtsmaximierende Seite!

Autor

Prof. Dr. Andreas Beivers

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